Umstrittener Titel – Spitzenväter 2016

Eine glückliche Familie
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Das Unternehmen „Mestemacher“ ist vor allem für seine Vollkornbrote und seinen Pumpernickel bekannt. Dass sich die selbsternannte Lifestyle-Bakery jedoch auch abseits der Backwaren engagiert, zeigt die Verleihung der Auszeichnung „Spitzenvater des Jahres“, die 2016 schon zum elften Mal vergeben wurde. Hinter dem Projekt, das 2006 zum ersten Mal gestartet wurde, steht die Würdigung der modernen Vaterrolle. Väter, die sich abseits ihrer Karriere im Haushalt und in der Kindererziehung in besonderem Maß engagieren, haben gute Chancen, Spitzenvater zu werden. In diesem Jahr konnten erneut zwei Väter nicht nur die Auszeichnung gewinnen, sondern erhielten außerdem ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Moderne Väter sind nicht nur berufstätig

Mestemacher begab sich schon lange vor der Auszeichnung auf die Suche nach den künftigen Spitzenvätern. Eine Bewerbung ist nur dann möglich, wenn eine dritte Person, die nicht der Familie des jeweiligen Vaters angehört, diesen für den Wettbewerb anmeldet. Zu den Spitzenvätern 2016 gekürt wurden Patrick Neumann und Christoph Paas. Neumann verbringt laut offizieller Angaben etwa 7,5 Stunden täglich mit Erziehungs- und Hausarbeit, während Paas schon seit dem Jahr 2000 sowohl in Elternzeit als auch selbständig berufstätig ist. Das Besondere am Familiensystem beider Väter ist die Tatsache, dass nicht die Frauen, sondern die Männer sich um haushaltsnahe Tätigkeiten kümmern und so die Karriere ihrer Ehefrauen unterstützen. Mestemacher möchte mit dem Preis, der unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Manuela Schwesig vergeben wurde, auf die Trendwende im Thema Familie aufmerksam machen und andere Väter zu mehr Engagement in der Familie aufrufen.

Zweigeteilte Reaktionen im Web

Mit der Vergabe der Auszeichnungen im März konnte sich Mestemacher nicht nur positive Reaktionen sichern. Frauen und auch Männer reagierten in sozialen Netzwerken teilweise mit Unverständnis, vor allem für das vergleichsweise hohe Preisgeld. Frauen, die die Familienarbeit alleine erledigen, fühlen sich entsprechend missverstanden und übergangen, während voll berufstätige Väter sich den Status eines wirklich guten Vaters nicht absprechen lassen möchten. Hinter all diesen Reaktionen steht dennoch eine gute Absicht, wie Mestemacher in seinen Veröffentlichungen immer wieder verdeutlicht.

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