Sorgerecht: Lesbische Mütter sollen von Änderung profitieren

Zwei Mütter und ein Baby
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Dass ein Kind mit zwei Müttern aufwächst, ist heute zwar weiterhin selten, keineswegs jedoch unnormal. Auch die Politik beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit den Rechten homosexueller Paare. Hieraus resultierten bereits wichtige Veränderungen wie die Ehe für alle. Nun richtet sich Justizministerin Christine Lambrecht an lesbische Paare, in deren Beziehung ein Kind geboren wird.
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Sorgerechtsreform soll Adoption unnötig machen

Für Lambrecht ist die Situation klar: Eine Frau, deren Partnerin ein Kind zur Welt bringt, ist ebenfalls die Mutter dieses Kindes. Das Bürgerliche Gesetzbuch jedoch sieht bislang nur die biologische Mutter als rechtmäßige Mutter vor. Dies will die Justizministerin nun ändern und legt einen Gesetzentwurf vor. Demnach soll Paragraf 1591 künftig einen weiteren Absatz mit dem Wortlaut: „Mutter eines Kindes ist neben der Mutter nach Absatz 1 auch die Frau, die zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter nach Absatz eins verheiratet ist oder die die Mutterschaft anerkannt hat,“ erhalten. Folglich wird es bei erfolgreicher Verabschiedung des Gesetzentwurfs künftig keine Adoption mehr brauchen, damit bei lesbischen Paaren beide Mütter rechtmäßig sorgeberechtigt sind.

Neues Gesetz kann nicht für schwule Paare gelten

Dass sich der Gesetzentwurf ausschließlich an lesbische Paare richtet, hat konkrete Gründe. So ist es einer Frau selbstverständlich möglich, schwanger zu werden und das Kind in eine lesbische Beziehung hinein zur Welt zu bringen. Bei männlichen Paaren jedoch gestaltet sich das Vorhaben eines gemeinsamen Kindes schwieriger, da sie hierfür beispielsweise auf Leihmütter angewiesen sind. Da rechtliche Aspekte rund um Themen wie Leihmutterschaft in Deutschland jedoch eine eher schwierige Lage zeichnen, müssen sich homosexuelle Männer weiterhin gedulden und auf Reformen zu ihren Gunsten hoffen.
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