Schulmilch in Hessen: Heftige Debatte

Gezuckerte Schulmilch wird nicht mehr subventioniert

Einige Gläser Milch Foto: © Sergey Novikov

Schulmilch dürfte vielen Familien heute bekannt sein. In Schulen verteilt wurde sie erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg, um kranken und unterernährten Kindern zu helfen. Was damals als sinnvoll galt, wurde über Jahrzehnte hinweg beibehalten – und sorgt heute für Kritik. So äußerte sich Foodwatch zum Thema und rief die Bundesländer Hessen, Nordrhein-Westfalen, Berlin und Brandenburg dazu auf, die gezuckerten Milchgetränke nicht mehr zu subventionieren.

Hessen stoppt die Subventionen

Und tatsächlich sollte Foodwatch mit seinem Aufruf erfolgreich sein. So gab die hessische Argrarministerin Priska Hinz kurz darauf bekannt, dass die Subventionierung von Schulmilch im Bundesland gestoppt werden soll. Für viele Eltern und Schulmilchkritiker waren das gute Nachrichten. Ganz und gar nicht erfreut jedoch war der Bauernverband, der die Entscheidung nur wenig später als „Bärendienst“ bezeichnete und darauf hinwies, dass Kinder nun möglicherweise auf andere, ebenfalls gezuckerte Getränke zurückgreifen könnten. Am Subventions-Stopp in Hessen dürfte das jedoch nichts mehr ändern.

Anderenorts lässt der Wandel auf sich warten

Dass gezuckerte Milch aus Schulen verschwinden soll, ist im Hinblick auf steigendes Übergewicht bei Kindern ein kluger Ansatz. So schnell wie Hessen reagierten jedoch nicht alle Bundesländer. Nordrhein-Westfalen will nun im Rahmen einer Befragung herausfinden, ob Eltern den Wegfall von Schulmilch ebenfalls befürworten und dann eventuell eine Entscheidung treffen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Deutschland in den kommenden Monaten gänzlich ohne subventionierte Schulmilch auskommen wird.
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Foto: © Sergey Novikov