Sandwesten-Diskussion – Hilfe oder Unsinn?

Sandwesten zur besseren Körperwahrnehmung bei Kindern

Schüler in der Schule
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In ganz Deutschland wird seit einigen Tagen über den Einsatz sogenannter Sandwesten in Schulen diskutiert. Während Befürworter in den schweren Westen ein sinnvolles Hilfsmittel sehen, sind Gegner entsetzt darüber, dass Kindern ihre Bewegungsfreiheit genommen werden soll. Nun hat sich eine Hamburger Schule offiziell zum Thema geäußert und versucht, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Sandwesten können Vorteile haben

Wie die Verantwortlichen besagter Schule zu bedenken gaben, sollen Kinder von Sandwesten nicht zum Stillsitzen gezwungen werden. Der tiefere Sinn der Westen liege also nicht darin, Kinder bewegungsunfähig zu machen, sondern ihnen Sicherheit und eine bessere Körperwahrnehmung bieten. Das funktioniere, indem die Weste dem Körper deutlich spürbare Grenzen gebe. Auch die Vorwürfe, Kinder würden durch Sandwesten stigmatisiert oder vorgeführt, will die Schule entkräften. Heute gebe es eine große Anzahl individueller Fördermaßnahmen, sodass Sandwesten nicht weiter auffallen würden.

Kinderärzte raten ab

Auch wenn die Argumente der Befürworter zunächst schlüssig scheinen, bleibt Kritik am Einsatz von Sandwesten weiter aktuell. Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte zeigte sich nicht erfreut über die neue Maßnahme. Sandwesten, so der Verbandssprecher, würden die Probleme betroffener Kinder nicht lösen und stattdessen eine Aussortierung und Stigmatisierung der Kinder begünstigen. Ob Sandwesten in Zukunft zum festen Bestandteil der deutschen Schullandschaft werden, bleibt daher abzuwarten.

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