Qualität der Kinderbetreuung: Studie zeigt Lücken auf

Zimmer in einer Kita
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Kindergärten und Krippen sind für viele Familien unverzichtbar. Arbeiten beide Elternteile, gewährleisten die Betreuungseinrichtungen eine alters- und kindgerechte Beaufsichtigung. Deren Qualität allerdings scheint in vielen Teilen Deutschlands zu leiden. Eine von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegebene Studie zeigt die Schwächen auf.

Personalschlüssel und Gruppengröße

Der Personalschlüssel in Betreuungseinrichtungen veranschaulicht, wie viele Kinder von einer Betreuungsperson beaufsichtigt werden. Experten empfehlen in Kinderkrippen einen Schlüssel von 1:3 und in Kindergärten 1:7,5. Die Realität zeigt: In Krippen kümmert sich eine Person um etwa 4,2 Kinder und in Kindergärten beträgt der durchschnittliche Personalschlüssel 1:8,8. Folglich sind viele Betreuungspersonen überfordert und können ihrer Aufgabe nicht auf kindgerechte Weise nachkommen. Auch sind laut Studie rund die Hälfte aller Gruppen in deutschen Kitas deutlich zu groß. Anstelle der empfohlenen 18 Kinder je Gruppe kommen manche Tagesstätten auf 23 oder 24.

Ausbildung der Fachkräfte: Im Westen schlechter

Ein weiterer Aspekt, den die Studie beleuchtete, ist die fachliche Qualifikation des Betreuungspersonals. Daher untersuchten die Verantwortlichen, wie groß der Anteil jener ist, die in der Kinderbetreuung arbeiten und nicht über eine entsprechend fachliche Ausbildung verfügen. In westlichen Bundesländern sind das 44 Prozent, im Osten Deutschlands nur 18. Vor allem im Westen zeigt sich daher ein nicht gedeckter Bedarf an Fachkräften. Auch das kann die Qualität der Betreuung verschlechtern.