Nach Mord an Neunjährigem in Herne – Mit Kindern darüber sprechen

Nachricht über Mord in Herne
Foto: © Zerbor

Ein gerade einmal Neunzehnjähriger soll in der nordrhein-westfälischen Stadt Herne einen neunjährigen Jungen und wenige Tage später einen 22-jährigen Mann umgebracht haben. Beide Opfer wurden erstochen. In den vergangenen Tagen hielt die Suche nach dem Doppelmörder ganz Deutschland in Atem, Ermittler mussten Tausenden von Hinweisen nachgehen, bis sich Marcel H. schließlich stellte. Auch Kinder bleiben von einem solchen Vorfall nicht unberührt. In Zeitungen, über das Radio und auch im Fernsehen begegneten ihnen immer wieder Berichte über das kaltblütige Vorgehen. Eltern sollten daher wissen, wie sie ihren Kindern in einem solchen Fall die Angst nehmen können.

Entscheidung zwischen Lüge und Wahrheit

Selbstverständlich wäre es fatal, den eigenen Kindern zu erzählen, dass in der Welt zahlreiche Grausamkeiten geschehen und dass sich niemand in Sicherheit wiegen kann. Mit einer solchen Information können Kinder nicht umgehen und würden in der nächsten Zeit von starken Ängsten geplagt werden. Ihre Fragen zu ignorieren, ist jedoch ebenfalls nicht die richtige Strategie, denn auch jüngere Kinder brauchen das Gefühl, mit ihren Sorgen und Ängsten ernst genommen zu werden. Eltern sollten sich daher für den goldenen Mittelweg entscheiden und ihren Kindern ein offenes, aber kindgerechtes Gespräch ermöglichen.

Wie kindgerechte Gespräche aussehen können

Die eigene Angst sollten Eltern am besten nicht thematisieren. Wohl aber ist es auch für Kinder verständlich, wenn Mama und Papa offen zugeben, sehr traurig zu sein über die Geschehnisse. So erhalten schon die Jüngsten die Möglichkeit, Gefühle bei anderen zu erkennen. Bei Erläuterungen und Erklärungen ist es wichtig, eine kindgerechte Sprache zu wählen. So können Eltern beispielsweise sagen, dass dieser Mensch sehr krank ist und nun Hilfe braucht. Auch dass er nun von der Polizei gefunden werden konnte und bestraft werden wird, schenkt Kindern Vertrauen. Eltern sollten ihren Kindern außerdem das Gefühl geben, dass sie alles tun, damit ihnen nichts geschieht. So können Kinder mit der Hilfe ihrer Eltern erkennen, dass die Welt zwar Trauriges und auch Gefährliches beinhaltet, aber dennoch ein sicherer und schöner Ort sein kann.
Lesen Sie auch: Kinder stark machen gegen Mißbrauch

Foto: © Zerbor

Lesenswerte Artikel in unserem Familienportal: