Medikamente: Kritik an der Versorgung von Kindern

Viele Medikamente nicht für Kinder geeignet

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Wenn Kinder krank sind, ist die Gabe von Medikamenten häufig unumgänglich. Ob Antibiotikum, Schmerzmittel oder entzündungshemmende Präparate: Die Kinderarzneimittelverordnung soll seit elf Jahren dafür sorgen, dass Medikamente auch für Kinder sicher sind. Wie die Stiftung Kindergesundheit nun jedoch kritisiert, gibt es weiterhin zu viele Medikamente, die nicht bewusst auch auf ihre Verträglichkeit bei der Verabreichung an Kinder getestet wurden. Lesen Sie auch: Medikamentengabe bei Kindern

Nicht empfehlenswerte Medikamente können gefährlich sein

Kinderärzten kann in diesem Fall kein Vorwurf gemacht werden. Ihnen fehlen häufig Alternativen, weswegen sie Kindern Arzneimittel verschreiben müssen, die ausschließlich an Erwachsenen getestet wurden. Und auch wenn die Kinderarzneimittelverordnung hier Abhilfe schaffen sollte, bleibt dieser Bereich weiterhin ausbaufähig. So lag der Anteil der klinischen Prüfungen von Arzneimitteln, bei denen auch Kinder involviert waren, 2016 bei 12,4 Prozent. Diese Quote steht zwar für Verbesserung, reicht jedoch nicht für eine umfangreiche und altersgerechte Versorgung aus. Vor allem krebskranke Kinder müssen auch heute noch mit Präparaten behandelt werden, bei denen eine Eignung nicht explizit festgestellt wurde.

Dosierung oft das Ergebnis von Mutmaßungen

Ein Problem der fehlenden klinischen Prüfungen bei vielen Medikamenten ist mangelndes Wissen hinsichtlich der richtigen Dosierung. Der kindliche Körper nämlich funktioniert in vielen Bereichen gänzlich anders als der von Erwachsenen, weswegen eine einfache Halbierung der Dosierung sogar gesundheitliche Gefahren mit sich bringt. Auch die Darreichungsformen lassen sich mitunter schwer an die Bedürfnisse kleiner Kinder anpassen. Daher gilt auch jetzt: Zusätzliche Studien zur Medikation von Kindern sind besonders wichtig. Leider aber scheitert die Umsetzung oft an den entstehenden Kosten. Kinderärzte müssen daher auch künftig darauf hoffen, dass die Pharmabranche ihr Vorgehen optimiert.

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