Kleinere Familien auf dem Vormarsch

Immer mehr Kleinfamilien in Deutschland

Kleine Familie im Urlaub
Foto: © Dmitry Ersler

Weniger scheint auch bei der Familiengründung mehr zu sein. Wie Forscher herausfanden, zeigt sich auch in Deutschland ein verstärkter Trend zur „Ein-Kind Familie“. Dieser Entwicklung messen die Forscher vor allem auch deshalb besondere Bedeutung bei, da sie bei der Erklärung des Rückganges der Geburtenrate hilfreich sein könnte. Forscher des Max-Planck-Institutes in Rostock und das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sind sich einig: Der Vormarsch kleiner Familien ist zu mehr als zwei Dritteln für den Geburtenrückgang verantwortlich.

Familie früher und heute

Heute bekommen deutsche Frauen in Durchschnitt 1,5 Kinder. Auch ein leichter Anstieg der Geburten seit 2012 kann dabei nicht darüber hinweg täuschen, dass noch vor einigen Jahren deutlich mehr Kinder geboren wurden. So bekam etwa jede Dritte der in den 1930er Jahren geborenen Frauen drei oder sogar mehr Kinder. Demgegenüber steht die Generation der Sechzigerjahre, in der nur jede Sechste Frau mehr als zwei Kinder bekam. Auch die Entscheidung mancher Frauen, vollständig kinderlos zu bleiben, wirkt sich auf die eher niedrige Geburtenrate in Deutschland aus.

Gründe für Kinderlosigkeit und Kleinfamilien

Die Tatsache, dass sich immer mehr Frauen für nur ein Kind oder ganz gegen die Mutterschaft entscheiden, kann durch verschiedene Ursachen begründet werden. So stehen auch Frauen heute mit beiden Beinen im Berufsleben und müssen zwischen Familie und Karriere entscheiden. Dass die oft mangelhafte Betreuungssituation hier eine wichtige Rolle spielt, kann nicht von der Hand gewiesen werden. Auch entscheiden sich manche Paare aus finanziellen Gründen dafür, lediglich ein Kind zu bekommen. Steigende Lebenshaltungskosten, teure Kitas und ein angespannter Arbeitsmarkt dämpfen die Lust auf größere Familien. Soll sich dies künftig ändern, ist also vor allem die Politik gefragt.

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