Endlich: Gewalt an Kindern soll in Frankreich verboten werden

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Es scheint beinahe rückständig, dass sich Frankreich erst jetzt offiziell gegen den Einsatz von Gewalt bei der Kindererziehung ausspricht. Dennoch ist der geplante Schritt, körperliche Züchtigung zu verbieten, ein bedeutender. Auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten gelten Ohrfeige und Co. längst nicht mehr als adäquate Erziehungsmethoden. Lesen Sie auch: Schadet ein Klaps?

Der Gesetzesentwurf steht

Die französische Nationalversammlung stimmte vor wenigen Tagen einem Gesetzesentwurf zu, der Eltern die körperliche Bestrafung im Rahmen der Kindererziehung untersagt. Aufgenommen werden soll der Text in das Bürgerliche Gesetzbuch des Landes. Später bei standesamtlichen Hochzeiten werden die Beamten Paaren diesen vorlesen, um sie auf das Verbot aufmerksam zu machen. Politiker betonen, dass sowohl psychische als auch physische Gewalt an Kindern erhebliche Folgen für die kindliche Entwicklung haben können. Deutschland verbietet Schläge bereits seit dem Jahr 2000.

Es wird keine Strafen geben

Was die Umsetzung des neuen Verbotes betrifft, will Frankreich keine Strafen für Eltern einführen, die ihre Kinder dennoch schlagen oder mit Hilfe psychischer Gewalt erziehen. Dass es unter den Rechtspopulisten in der französischen Regierung zu starkem Widerstand gegen das neue Gesetz kam, wirkte sich nicht negativ auf die Zustimmung der Nationalversammlung aus. Und wenngleich Frankreich keine Strafen für Eltern vorsieht, könnte das Verbot künftig auch die Entscheidungen von Richtern und Ämtern positiv beeinflussen.
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