Gewalt in der Erziehung noch immer ein Thema

Gewaltfreie Erziehung

Gewalt in der Erziehung
Foto: © Zerbor

Erst am 30. April fand der jährliche „Tag der gewaltfreien Erziehung“ statt. Zahlreiche Medien und Initiativen nutzten diesen Tag, um auf die gefährlichen Folgen und Risiken von Gewalt in der Kindererziehung hinzuweisen. Dass dies auch heute noch notwendig ist, berichtet der Kinderschutzbund Bayern. So kommt Gewalt in der Kindererziehung heute zwar seltener vor, ist aber häufig von besonders heftigem Ausmaß.

Wie es zu Gewalt gegen Kinder kommt

Die Gründe für Gewaltanwendung in der Familie sind vielfältig. Auch wenn Kinder nun schon seit 17 Jahren ein gesetzliches Recht auf eine Erziehung ohne Gewalt haben, wissen sich manche Eltern nicht anders zu helfen. Der berühmte „Klaps“ ist jedoch nicht das einzige Anzeichen für Gewalt. Auch Beleidigungen, heftiges Schreien und ausufernde Prügel sind in einigen Familien nach wie vor an der Tagesordnung. Was Eltern dazu bringt, ist unterschiedlich.

So neigen vor allem überforderte Eltern dazu, in der Erziehung Grenzen zu überschreiten. Doch auch mangelnde Bildung und ein schlechtes soziales Umfeld können Gewalt begünstigen. Auch wenn Eltern während ihrer Kindheit selbst Opfer von Gewalt wurden, neigen sie im späteren Leben dazu, diese Erfahrung in das eigene Erziehungskonzept zu integrieren.

Gewalt erkennen und handeln

Ob ein Kind in einem gewalttätigen Umfeld aufwächst, ist für Außenstehende nur selten erkennbar. Zeigen sich blaue Flecken im Kindergarten, oder klagt das Kind über besondere Schmerzen, ist der Leidensweg meist lang. Freunde, Familienmitglieder, Erzieher und Lehrer sollten daher besonders sensibel für mögliche Gewalt werden und im Zweifelsfall handeln. Berichten Kinder von Gewalt, so brauchen sie starke Partner, die ihre Sorgen ernst nehmen und ihnen sofort helfen. Doch auch gewalttätiges Verhalten der Kinder selbst kann darauf hinweisen, dass sie es im Elternhaus nicht gut haben. Mit Elterngesprächen, Anrufen beim Jugendamt und im Zweifel auch dem direkten Kontaktieren der Polizei könnte dann so manches Leid schneller beendet werden.
(Gewalt im Kindergarten und Gewalt in der Schule)

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