Finnland: Neuregelung der Elternzeit

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Finnland steht schon eine Weile im Fokus der Öffentlichkeit. Nicht nur, weil das Land mit der 34-jährigen Sanna Marin die weltweit jüngste Premierministerin stellt, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass nahezu das gesamte Kabinett weiblich besetzt ist. Nun richtet sich die Aufmerksamkeit erneut auf Finnland, denn in puncto Elternzeit haben die Verantwortlichen sich für deutlich mehr Gleichberechtigung ausgesprochen. Lesen Sie auch: Tipps für den Antrag auf Elternzeit

Gleiche Zeit für beide Partner

In Finnland galt bisher die Regel, dass Mütter sieben Monate in Elternzeit gehen durften, Väter jedoch nur zwei. Da sich jedoch weltweit ein Trend hin zu mehr Gleichberechtigung während der Elternzeit abzeichnet und immer mehr Väter länger zu Hause bleiben möchten, hat Finnland nun reagiert. Schon bald wird eine neue Regelung gelten, laut der beide Partner jeweils 164 Tage Elternzeit beantragen können. Somit steht Müttern und Vätern genau das gleiche Pensum zu. Wer alleinerziehend ist, kann selbstverständlich das doppelte Kontingent in Anspruch nehmen.

Übertragung dennoch möglich

Weitere Regelungen rund um die finnische Elternzeit besagen, dass rund 69 Tage von einem auf den anderen Partner übertragen werden können. So bleibt es Paaren weiterhin freigestellt, dass Vater oder Mutter einen größeren Teil der Elternzeit übernehmen, die gesamte Zeit allerdings kann nur dann ausgeschöpft werden, wenn sich beide frei nehmen. Zur finanziellen Absicherung zahlt Finnland Eltern während der Elternzeit ein Tagesgeld, dessen Höhe sich auf Basis des bisherigen Einkommens errechnet.
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