Fehlende Bildung: Coronakrise könnte die finanzielle Zukunft vieler Kinder bedrohen

Der Papa hilft in der Coronakrise bei den Hausaufgaben - Foto: © kerkezz / Fotolia

In einem Positionspapier, das sich mit der Bildungspolitik während der Coronakrise beschäftigt, haben sich rund einhundert Forscher für ein Umdenken ausgesprochen. Ihrer Auffassung nach kann ein zu langer Verzicht auf frühkindliche als auch schulische Bildung im späteren Leben finanzielle und soziale Schwierigkeiten mit sich bringen. Die Forscher sprachen sich daher für schnellere Öffnungen aus. Lesen Sie auch: Kinder während der Coronakrise beschäftigen

Wer nicht in die Schule geht, verdient später weniger

Verschiedene Erkenntnisse rund um Bildung und damit verbundene Zukunftsperspektiven fassten die verantwortlichen Forscher in einem umfangreichen Positionspapier zusammen. Hierin berichteten sie unter anderem davon, dass bereits mehrwöchige Unterbrechungen des Schulunterrichts langfristig betrachtet negative Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft haben können. Je länger die Unterbrechungen andauern, desto größer könnte dieser Effekt ausfallen. Ob es den betroffenen Kindern gelingt, die verlorene Zeit wieder aufzuholen, steht dabei in den Sternen. Schon ein verlorenes Schuljahr könne laut Positionspapier zwischen sieben und zehn Prozent weniger Gehalt bedeuten.

Der Schulstoff muss vermittelt werden

Die verantwortlichen Forscher sprachen sich nicht nur für zügigere Schulöffnungen aus, sondern auch für ein Umdenken bezüglich der Vermittlung des Lernstoffs. Schulen müssten dazu in der Lage sein, ihren Schülern jenen Stoff zu bieten, der laut Lehrplan im aktuellen Schuljahr bearbeitet werden soll. Vielerorts beschränken sich Lehrer in der Coronakrise jedoch auf Wiederholungen und verzichten auf weiterführende Inhalte. Dies liegt unter anderem auch daran, dass Eltern neben dem Homeschooling meist selbst einer Berufstätigkeit nachgehen müssen und die Aufgaben von Lehrkräften nicht vollständig übernehmen können.
Lesen Sie auch: Digitales Lernen – Wie neue Medien in den Lernprozess einbezogen werden