Familien: Armutsrisiko höher als gedacht

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Dass es Deutschlands Familien in Sachen Finanzen nicht immer leicht haben, liegt auf der Hand. Nicht nur Alleinerziehende, sondern auch Familien, in denen beide Elternteile für das Gelingen des Alltages verantwortlich sind, müssen mit wenig Geld auskommen. Dass die Lage jedoch weitaus schlimmer ist als bisher gedacht, zeigt nun eine Erhebung der Ruhr-Universität in Bochum, die von der Bertelsmann Stiftung in Auftrag gegeben wurde. (Mehr zum Thema Kinderarmut in Deutschland)

Neue Zahlen sprechen eine klarere Sprache

Von den bisherigen Berechnungsmethoden nahmen die Forscher im Rahmen genannter Erhebung bewusst Abstand. Dass bisher für jedes Kind unter vierzehn Jahren ein bestimmter Faktor zugrunde gelegt wurde, sorgte für Unklarheit bei der Berechnung. Vielen Familien wurde so in der Theorie mehr „Reichtum“ unterstellt, als tatsächlich vorhanden war. Dass die Ruhr-Universität nun ein neues Berechnungsmodell ansetzte, schafft Klarheit. Jedes zusätzliche Kind sorgt dafür, dass sich das Armutsrisiko einer Familie drastisch steigert.

Mehr Unterstützung ist notwendig

Wie sich anhand der Zahlen zeigte, sind rund 13 Prozent aller Ein-Kind Familien, 16 Prozent aller Zwei-Kind-Familien und 18 Prozent aller Drei-Kind-Familien in Deutschland armutsgefährdet. In Bezug auf Alleinerziehende wird der Unterschied zwischen alter und neuer Berechnung noch deutlicher. Statt der bisher angenommenen 46 Prozent sind es nun 68 Prozent aller Alleinerziehenden, die mit dem Armutsrisiko zu kämpfen haben. Es bleibt nun abzuwarten, inwiefern auch die Politik auf diese neuen Zahlen reagieren wird. Fakt ist jedoch: Um das Armutsrisiko zu senken, braucht es einen guten Plan.

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