„Elternschule“ – Heftige Kritik an aktuellem Kinofilm

Kinofilm in der Kritik

Zeitung mit Nachrichten Foto: © Zerbor

Am 11.10.2018 wurde ein Film veröffentlicht, der nun bereits in einigen Kinos deutschlandweit zu sehen ist. „Elternschule“ nennt sich die Dokumentation, die über den Alltag in einer Klinik für Kinderpsychiatrie berichtet. Die Methoden, die der Zuschauer hier zu sehen bekommt, sorgten jedoch für einen Aufschrei, der auch Wochen nach dem Veröffentlichungstag nicht abebbt.

Verbände sprechen von folterähnlichen Zuständen

Nicht nur der Deutsche Kinderschutzbund, sondern auch der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. haben sich in öffentlichen Mitteilungen bewusst gegen die Methoden ausgesprochen, die auf der Station des Psychologen Dietmar Langer Praxis zu sein scheinen. Hier werden Kinder in abgedunkelten Zimmern ohne menschliche Zuwendung zum Schlafen alleine gelassen, bekommen ihr Essen aufgezwungen, werden zwangs-sondiert und sind teilweise sowohl körperlicher als auch seelischer Gewalt ausgesetzt. Viele Eltern und Experten, die diesen Film gesehen haben, sind schockiert. Auch Zweifel an der Echtheit der Aufnahmen keimt bei dem ein oder anderen Zuschauer auf. Vorstellen, dass es solche Zustände auch heute noch gibt, können und wollen sich nur die wenigsten.

Kinos sollen Film nicht ausstrahlen

Dass sie mit ihrer Dokumentation so heftig polarisieren würden, haben die Filmemacher Bücheler und Adolph nicht erwartet. Nun jedoch richtet sich der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. auch an Kinobetreiber und bittet sie, „Elternschule“ nicht auszustrahlen. Einerseits ist es gefährlich, verunsicherten Eltern solche Methoden zu zeigen, denn sie könnten ähnliches auch zuhause ausprobieren. Andererseits wirft der Film ein falsches Licht auf viele psychiatrische Kliniken, in denen vollkommen anders mit den kleinen Patienten umgegangen wird.
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