Ektodermale Dysplasie: Ärzte finden Behandlungsmethode

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Bei der Ektodermalen Dysplasie handelt es sich um eine Erkrankung, die das Leben einiger Kinder und Familien in Deutschland maßgeblich negativ beeinflusst. Betroffene Kinder weisen spitze Zähne auf, haben nur wenig Haarwuchs und können weder schwitzen noch weinen. Ursache hierfür ist ein Gendefekt, der sich bislang nicht präventiv behandeln ließ. Nun aber haben Ärzte eine Methode gefunden, die der Entstehung Ektodermaler Dysplasie noch im Mutterleib vorbeugen kann.

Wichtiger Durchbruch trotz geringer Krankheitszahlen

Lediglich zwanzig bis dreißig Kinder kommen in der Bundesrepublik Deutschland jährlich mit Ektodermaler Dysplasie zur Welt. Aufgrund ihres Aussehens werden sie häufig auch als „Vampir-Kinder“ bezeichnet. Und auch wenn die Anzahl der Betroffenen recht gering ausfällt, sind die Erfolge der Erlanger Ärzte Grund zu riesiger Freude. Um herauszufinden, welche Maßnahmen zur Vorbeugung entscheidend sein könnten, mussten sich die Ärzte zunächst mit den Ursachen der Erkrankung befassen. Problem ist hier das Fehlen des EDA1-Proteins, das die normale kindliche Entwicklung im Mutterleib unterstützt.

Ein Eiweiß als Präventiv-Medikament

Dass es noch kein probates Mittel gegen die Ektodermale Dysplasie gibt, dürfte vor allem an der Seltenheit dieser Erkrankung liegen. Pharmakonzerne investierten bislang kaum Mittel in die Forschung, da hilfreiche Medikamente nicht lukrativ genug erscheinen.

Jetzt aber könnte der Wendepunkt gekommen sein: Die Ärzte spritzen Müttern noch vor der Geburt ihrer Kinder das EDA1-Protein in das Fruchtwasser. Die Kinder schlucken es, wodurch die Entwicklung von Schweißdrüsen und anderen wichtigen Merkmalen erfolgreich ablaufen kann. Noch aber sind die Reaktionen eher verhalten. Erst umfangreichere Tests müssen zeigen, ob die vorgeburtliche Maßnahme tatsächlich zukunftsfähig ist.

Bitte beachten Sie: Dies sind nur allgemeine Informationen! Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens!

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