DSGVO: Aus für Weihnachtsbaumaktionen?

Weihnachtsmarkt
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In vielen Städten beginnen schon bald die ersten Weihnachtsmärkte. Die Wochen vor dem Fest verbringen besonders Familien mit Kindern gerne auf kleinen und größeren Märkten, bei denen es allerhand zu erleben gibt. Auch Weihnachtsbäume, an denen Kinder ihre Wünsche aufhängen können, waren jahrelang beliebt. Jetzt allerdings ist wohl Schluss mit der liebgewonnenen Tradition, wie die mittelfränkische Gemeinde Roth beweist. Lesen Sie auch: Mit der Familie auf den Weihnachtsmarkt

Aufgehängte Namen verstoßen gegen die Verordnung

Bislang galt es als ungefährlich, wenn Kinder ihre Namen und Adressen am Weihnachtsbaum in Roth aufgehängt hatten. Mit der Einführung der DSGVO im Mai diesen Jahres jedoch sollte sich das ändern, denn die Annahme und Verarbeitung der persönlichen Daten darf nun nur noch mit ausdrücklichem Einverständnis geschehen. Ein administrativer Aufwand, den die Stadt nicht stemmen kann. Selbst wenn Eltern ihre Einwilligung ausdrücklich erklären, bleibt das Risiko einer fehlerhaften Weiterverarbeitung bestehen. Wer sich hierfür verantwortlich zeichnet, muss mit empfindlichen Strafen und Bußgeldern rechnen.

Zu hohes Risiko für Gemeinden

Nicht nur in Roth, sondern auch in anderen deutschen Städten dürften Wunschbäume in diesem Jahr nicht mehr zu finden sein. Schade für Familien und Kinder, die sich bislang vor allem wegen solcher Aktionen über das ein oder andere Präsent freuen konnten. Ob sich in der Zukunft alternative Vorgehensweisen anbieten, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Mit der DSGVO werden auch „Kleinigkeiten“ zu aufwändigen Projekten, die mit hohen Kosten und Risiken verbunden sind.
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