Deutschkenntnisse: Bald verpflichtende Vorschulkurse in Hessen?

Schulgesetz in Hessen wird reformiert

Schüler in der Schule
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In Grundschulen hadern immer mehr Lehrer mit den Sprachkenntnissen ihrer Schüler. Viele ABC-Schützen, die die Schule auf ihr Alter bezogen besuchen dürfen, können dem Unterricht nur schwer folgen und haben große Schwierigkeiten beim Erlernen von Lesen sowie Schreiben. In Hessen soll daher nun das Schulgesetz reformiert werden. Mit Änderungen ist bereits 2021 zu rechnen.

Rückstellung bei mangelnden Sprachkenntnissen

Die Eingangsuntersuchung vor der Einschulung (Einschulungstest) stellt eine gute Möglichkeit dar, um die Reife sowie Entwicklung eines Kindes aus professioneller Sicht zu beurteilen. Unter die Lupe genommen werden hierbei sowohl Motorik als auch logisches Denkvermögen und die Fähigkeit, sich zu konzentrieren. Künftig soll in Hessen außerdem auch darauf geachtet werden, wie gut Kinder Deutsch sprechen. Mangelt es ihnen an Kenntnissen, ist eine Rückstellung denkbar. In diesem Fall müssen die Kinder zunächst ein Jahr lang einen Sprachkurs besuchen, um dann im Folgejahr eingeschult werden zu dürfen.

Hessen ist kein Vorreiter

Gute Deutschkenntnisse wünschen sich indes nicht nur die Lehrer sowie Schulen in Hessen. Auch andere Bundesländer und Hansestädte haben sich längst mit dem Thema befasst und ihre eigenen Regelungen erarbeitet. So erfolgt in Hamburg bereits in einem Alter von viereinhalb Jahren ein erster Sprachtest, auf den eine entsprechende Maßnahme folgt. Sprachlich auf die Probe gestellt werden künftige ABC-Schützen außerdem in Brandenburg, Baden-Württemberg und Bremen.
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