Experten warnen: Bildungsnotstand wegen Corona

Schüler in der Schule
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In der Coronakrise mussten deutschlandweit zahllose Kinder der Schule fernbleiben. Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, war eine Schließung der Bildungseinrichtungen unbedingt notwendig. Dies jedoch gilt nicht nur für Deutschland, sondern weltweit. „Save the Children“ macht nun darauf aufmerksam, dass sich ein Bildungsnotstand anbahnen könnte. Die Kinderrechtsorganisation spricht von Millionen Kindern ohne Zugang zu Schulbildung. Mehr zum Thema Kinder und Schule

Welche Kinder besonders gefährdet sind

Eine Rückkehr in die Schule nach längerer Schließung ist für Kinder in Deutschland selbstverständlich. In anderen Ländern allerdings könnte es sein, dass das Fehlen des Unterrichts alte Muster wieder aufkommen lässt. Kinderarbeit und auch Frühehen bedrohen dabei vor allem Mädchen. Save the Children nennt insgesamt zwölf Länder, in denen eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass Kinder nicht mehr zur Schule gehen werden. Hierzu gehören Afghanistan, Jemen und weitere Staaten in Afrika.
Aus diesem Grund wendet sich die Organisation in ihrem Bericht „Save Our Education“ an Geldgeber und Regierungen, um diese zu mehr Investitionen in Bildung aufzurufen. Eine Lücke von mehreren Milliarden Euro macht dies laut Save the Children notwendig.

Deutlicher Anstieg der Anzahl nicht beschulter Kinder

Etwa 268 Millionen Kinder weltweit besuchten vor Corona keine Schule. Im Zuge der Pandemie stieg diese Zahl auf 1,6 Milliarden an, um dann bis zum jetzigen Zeitpunkt auf etwa eine Milliarde abzusinken. Es ist zu erwarten, dass viele Kinder in den kommenden Monaten in ihre Schulen zurückkehren können. Für 9,7 Millionen allerdings ist das unter Umständen nicht möglich. Die Kinderrechtler betonen, dass das Fehlen der Schule nicht nur einen Mangel an Bildung mit sich bringt, sondern auch einen sicheren Ort wegbrechen lässt. Viele Kinder könnten ohne den regelmäßigen Schulbesuch in soziale Schwierigkeiten geraten und gesellschaftlich abrutschen.
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