Pendelkinder

Mutter und Tochter haben Spaß
So haben Pendelkinder bei beiden Eltern Spaß - Symbolbild: © kerkezz

Erfahren Sie in diesem Artikel was man unter Wechselmodell nach der Trennung versteht und wie Pendelkinder es bei beiden Eltern gut haben.

Wechselmodell nach der Trennung

Entscheiden sich Eltern dazu, ihren Lebensweg künftig getrennt zu beschreiten, betrifft das nicht nur sie selbst. Auch für Kinder stellen Trennung sowie Scheidung eine große Herausforderung dar. Immerhin sind beide Elternteile wichtige Bezugspersonen, was zu Verlustängsten und Wut führen kann. "Pendelkinder", die regelmäßig zwischen den Wohnungen ihrer Eltern wechseln, benötigen daher besondere Aufmerksamkeit und viel Verständnis. Mütter und Väter sollten wissen, wie sie ihren Kindern das neue Leben leichter machen können.

Eltern sollten eine Gemeinschaft bilden

Selbstverständlich ist es nicht immer leicht, im Falle einer Trennung gut miteinander umzugehen. Insbesondere dann, wenn Untreue oder Streitigkeiten im Raum stehen, fällt es Getrennten schwer, sich zu unterhalten oder gar Zeit miteinander zu verbringen. (Lesen Sie auch: Trennung im Streit) Sobald die Trennungssituation jedoch auch Kinder betrifft, sollten sich Eltern unbedingt um einen guten Umgang miteinander bemühen. Es ist wichtig, dass Kinder nicht den Eindruck bekommen, einen Elternteil zu verlieren. Zeitgleich sollten sie sich ebenso wenig dazu gezwungen fühlen, eine Entscheidung für Papa oder Mama zu treffen.

Auch im sogenannten Wechselmodell, wenn Kinder sowohl in der Wohnung des Vaters als auch der der Mutter leben, ist ein wertschätzender und respektvoller Umgang miteinander unabdingbar. Es sollte keinesfalls dazu kommen, dass in Abwesenheit des anderen Elternteils schlecht über ihn gesprochen wird. Sonst nämlich fühlen sich Kinder unwohl und sitzen "zwischen den Stühlen". Wer noch nicht gut damit zurechtkommt, dass der ehemalige Partner auch weiter eine Rolle spielt, sollte daher seine Worte mit Bedacht wählen und stets bedenken: Das Kind hat das Recht dazu, beide Eltern zu lieben.

Kinder brauchen "echte" Lebensmittelpunkte

Bei Pendelkindern ist es häufig so, dass sie mehr als nur das Wochenende bei einem Elternteil wohnen. Daher ist es wichtig, ihnen in beiden Wohnungen einen Lebensmittelpunkt zu schaffen, der sich dauerhaft und verlässlich anfühlt. Am besten ist es, wenn die Wohnungen der Eltern nicht zu weit voneinander entfernt liegen, damit das Kind in jedem Fall Kontakt zu seinen gewohnten Freunden haben kann. In der Wohnung gehört die Einrichtung eines schönen Kinderzimmers zu den wichtigsten Aufgaben. Ältere Kinder sollten in diese Aufgabe einbezogen werden, denn so spüren sie, dass sie sich sowohl bei Mama als auch bei Papa wohl fühlen werden und dass beide Elternteile auf ihre individuellen Wünsche achten. (Tipps für die Jugendzimmer Einrichtung)

Auch empfehlenswert ist es, wenn sich der Tagesablauf in beiden Wohnungen ähnelt. Wann der Tag beginnt, wann er endet und zu welchen Zeiten es Essen gibt, sollten Eltern durchaus miteinander besprechen. Gleiches gilt für Schlafrituale und andere Gewohnheiten. Kann das Kind Parallelen zwischen den Wohnumfeldern erkennen, gibt ihm das ein sicheres Gefühl und verringert die Belastung ständiger Umstellung.

Offenes Ohr für Sorgen haben

Ein Pendelkind zu sein, ist auch bei bester Vorbereitung und verantwortungsbewusstem Handeln seitens der Eltern nicht immer leicht. Gerade wenn Eltern von Freunden nicht getrennt sind, wenn es doch zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Getrennten kommt, oder wenn sich das Kind nach einer "richtigen" Familie sehnt, braucht es Eltern, die zuhören können. Allen Kindern muss die Möglichkeit gegeben werden, sich ohne Hemmungen auszusprechen oder auch an der Schulter ihrer Eltern zu weinen. Niemals sollten Eltern dabei den Fehler machen, die Nöte ihres Kindes zu relativieren. Dann nämlich fühlt sich das Kind nicht ernst genommen und wird künftig weniger bereitwillig über seine Gefühle sprechen.
Text: A. W. / Stand: 11.08.2018

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