Die standesamtliche Trauung

Text: C. D. / Letzte Aktualisierung: 11.08.2021

Paar bei der standesamtlichen Trauung
Eine standesamtliche Trauung - Foto: © StockPixstore - stock.adobe. com

In diesem Artikel erfahren Sie alles über die standesamtliche Trauung. Von der Anmeldung über die Gebühren bis hin zum Ablauf der eigentlichen Trauung.

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Standesamtliche Trauung - Ablauf & Kosten

Sie haben sich entschieden zu heiraten: Herzlichen Glückwunsch! Bevor Sie Ihr Eheglück beginnen, sind noch einige bürokratische Hürden zu überwinden und ein paar wichtige Überlegungen vor der Trauung notwendig.
Eine standesamtliche Trauung ist ein "Vorgang"!

Wie, wo und wann melden wir uns an?

Ihre standesamtliche Trauung melden Sie immer zuerst beim Standesamt Ihres Wohnortes an, auch wenn Sie vorhaben, in einer anderen Stadt zu heiraten. Leben Sie und Ihr Partner in unterschiedlichen Gemeinden, können Sie sich eine heraussuchen. Diese "Anmeldung zur Eheschließung" entspricht dem früheren Aufgebot. Die meisten Standesämter nehmen Terminwünsche erst ca. 6 Monate im Voraus an. Das sollten Sie auf jeden Fall bei Sonderterminen, wie dem 22.02.2022 oder ähnlichen beachten. Die Anmeldung zur Eheschließung ist nicht mehr wie früher an einen Termin gebunden und wird auch nicht mehr veröffentlicht. Sie könnten also theoretisch heute die Trauung anmelden und morgen heiraten. Vorausgesetzt Sie können dem Standesbeamten alle Unterlagen vorlegen.

Welche Dokumente brauchen wir für das Standesamt?

Vor jeder standesamtlichen Trauung ist es notwendig, einige Unterlagen vorzulegen. Welche das im Detail sind, hängt ganz von Ihrer Lebenssituation ab. Auf jeden Fall benötigen Sie:

  • Den Personalausweis oder Reisepass
  • Eine Ablichtung des Geburtseintrags (Wird von dem Standesamt ausgestellt, das die Geburtsurkunde ausgestellt hat.)
  • Eine Aufenthaltsbescheinigung des jeweiligen Einwohnermeldeamtes (Wird evtl. vom Standesamt, in dem man die Ehe anmeldet gleich mit ausgestellt)
  • Ehefähigkeitsbescheinigung

Wurden Sie bereits einmal geschieden, ist ebenso die Scheidungsurkunde erforderlich, ist man verwitwet die Sterbeurkunde des Ehepartners. Werden Kinder in die Ehe eingebracht, müssen auch ihre Abstammungsurkunden und dazu noch die Sorgerechtsregelung nachgewiesen werden. Möchten Sie einen akademischen Grad in die Heiratsurkunde eintragen lassen, wie etwa einen Doktorgrad oder einen Diplomabschluss, benötigen Sie weiterhin die Original - Urkunde des Abschlusses. Etwas komplizierter wird es, wenn einer der beiden Ehepartner eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. Die dafür benötigten Unterlagen sind bei Ihrem zuständigen Standesamt zu erfragen. Bereits bei der Anmeldung zur Eheschließung sollten Sie den gemeinsamen Ehenamen angeben. Sie können ihn jedoch auch später nachreichen, wenn Sie sich noch nicht im Klaren darüber sein sollten. Gerne beraten die Standesbeamten Sie vorab zu diesem Punkt.

Welche Gebühren fallen bei einer standesamtlichen Trauung an?

Die Gebühren lassen sich nicht genau festlegen und hängen auch von den vom jeweiligen Standesamt benötigten Unterlagen ab. Ungefähr können Sie mit folgenden Kosten rechnen:

  • Anmeldung zur Eheschließung und Prüfung der Ehefähigkeit ca. 41 - 45 €
  • Geburtseintrag je Person 10 - 12 €
  • Heiratsurkunde 10 - 12 €
  • Gebühr für die Trauung an einem anderen Ort / in einem anderen Standesamt ca. 30 - 250 €
  • Erklärung zur Führung eines Doppelnamens ca. 25 €
  • Stammbuch der Familie je nach Ausführung ca. 20 € - 30 € (Ist kein Muss)

Bei weiteren eventuell benötigten Unterlagen fallen zusätzliche Kosten an. Bitte beachten Sie, dass manche Standesämter für Wochenendtrauungen eine Zulage verlangen, ebenso für Trauungen außerhalb der Öffnungszeiten oder an anderen Orten als dem Standesamt. Heiraten Sie in einem anderen Ort, wird auch das dortige Standesamt zusätzlich zu den bereits im Wohnort entstanden Kosten, Gebühren erheben. Diese können stark variieren. In einem Standesamt ist es meist etwas günstiger als an einem besonderen Ort wie einem Tierpark, Schloß o. ä.

Wo findet die standesamtliche Hochzeit statt?

Eine standesamtliche Hochzeit findet meist im örtlichen Standesamt statt. Es bietet den nötigen festlichen Rahmen. Sie haben die Wahl, sich auch an außergewöhnlichen Orten trauen zu lassen, zum Beispiel in einem Schloss, einem Museum, einem Leuchtturm oder Untertage. Genaue Informationen dazu gibt Ihnen Ihr jeweiliges Standesamt. Nicht zu unterschätzen sind dabei die Nutzungsgebühren der jeweiligen Orte, genau wie eventuell benötigte Fotoerlaubnisse, die vielleicht käuflich erworben werden müssen. Dabei können schnell Gebühren von 50 € bis 250 € entstehen. Haben Sie sich entschlossen nicht in Ihrem Wohnort zu heiraten, teilen Sie dies einfach Ihrem örtlichen Standesamt mit und es wird sie an das neue zuständige Standesamt verweisen und alle nötigen Unterlagen dahin übermitteln.
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Tipp:
Wenn Sie möglichst zeitnah heiraten möchten, lohnt es sich in verschiedenen Standesämtern nachzufragen. In großen Städten sind die Termine oft Monate im Voraus vergeben, in kleineren Städten hat man jedoch vielleicht mehr Glück. Beachten Sie dabei aber, dass das zuständige Standesamt Zeit für die Bearbeitung der Eheanmeldung benötigt.

Brauchen wir Trauzeugen für eine standesamtliche Hochzeit?

Nein! Für eine standesamtliche Hochzeit benötigen Sie keine Trauzeugen. Trotzdem halten viele Paar an diesem schönen Brauch fest und lassen Freunde, Geschwister oder andere Verwandte als Trauzeugen an der Trauung teilnehmen. Die Trauzeugen müssen lediglich am Tag der Hochzeit einen Ausweis oder Reisepass vorlegen. Traditionell übernehmen die Trauzeugen kleine Aufgaben wie das Zureichen der Ringe, Halten des Brautstraußes während der Trauung etc.

Was ist vor der Hochzeit noch zu erledigen?

  • Wahl der Trauringe - Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit! Sie werden nicht sofort die passenden Trauringe finden!
  • Brautkleid / Anzug auswählen - Auch beim Thema Brautkleid sollten Sie sich Zeit nehmen und mehrere Modelle probieren.
  • Brautstrauß / Blumenschmuck - Bestellen Sie den Brautstrauß und evtl. Blumenschmuck für das Auto, Tischschmuck etc. rechtzeitig. Am besten am Anfang der Planung im Blumengeschäft des Vertrauens nachfragen.
  • Hochzeitskarten verschicken - Stehen Ort und Datum fest, ist es Zeit die Hochzeitskarten an die Gäste zu verschicken.
  • Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste organisieren - Hotelzimmer oder Pension buchen. Findet die Hochzeit im Sommer statt, sollte man das recht zeitnah erledigen.
  • Hochzeitsfeier organisieren - Saal oder ähnliches mieten, DJ beauftragen, Menü bestellen - lassen Sie sich dabei auch von den Trauzeugen helfen
  • Die Hochzeitstorte - Auch diese sollte nicht erst am Tag vor der Hochzeit bestellt werden. Lassen Sie sich vom Konditor beraten.
  • Aktueller Hinweis: Auch im Herbst / Winter 2021 / 2022 werden Sie bei der Trauung eine Maske benötigen. Erkundigen Sie sich auch vorab wieviele Gäste Sie zur Trauung mitnehmen dürfen. Das hängt ganz entscheidend von der Location ab! In manchen Standesämtern dürfen nur das Brautpaar und zwei Gäste zur Hochzeit kommen.

Wie läuft die standesamtliche Hochzeit ab?

Nüchtern betrachtet ist eine standesamtliche Trauung eine reine Formsache. Die Standesbeamten sind jedoch bemüht, die standesamtliche Hochzeit so stilvoll und mit hohem Niveau durchzuführen, wie es nur möglich ist. Bereits im Vorfeld können Sie mit Ihrem Standesbeamten besprechen, wie die Trauung ablaufen soll. Wünschen Sie, ein eigenes Ehegelübte vorzusprechen, wünschen Sie sich eine eigene Auswahl an Musik? Der Standesbeamte wird Ihre Wünsche in den Ablauf der Zeremonie einbeziehen. Die standesamtliche Hochzeit selbst dauert nur ca. 20 - 30 Minuten inklusive aller formellen Unterschriften und Gratulation durch die Gäste. Im Anschluss werden traditionell noch Fotos vom Brautpaar mit den Gästen vor dem Standesamt gemacht. Möchten Sie das frischgebackene Ehepaar beim Herauskommen mit Reis, Blüten oder Ähnlichem begrüßen, sollten Sie sich vorab im Standesamt informieren, ob das möglich ist. Einige Standesämter sehen das nicht gern bzw. muss das Brautpaar dann für die Entsorgung sorgen. Haben Sie alle Vorbereitungen abgeschlossen, steht dem schönsten Tag im Leben eines Brautpaares nichts mehr im Weg, es sei denn, Sie haben am Hochzeitstag die Ringe vergessen... Nach der standesamtlichen Trauung wird dann oft groß mit Familie und Freunden gefeiert. Es gibt aber auch Paare, die diesen Tag ganz für sich genießen möchten und nach der Hochzeit zu zweit Essen gehen und die Nacht in einem Hotel verbringen. Jeder kann schließlich so heiraten wie er es mag.

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