Die standesamtliche Trauung

standesamtliche Trauung
Eine standesamtliche Trauung
Foto: © ralf werner froelich

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Standesamtliche Trauung - Ablauf & Kosten

Sie haben sich entschieden zu heiraten: Herzlichen Glückwunsch! Bevor Sie Ihr Eheglück beginnen, sind noch einige bürokratische Hürden zu überwinden und ein paar wichtige Überlegungen vor der Trauung notwendig.
Eine standesamtliche Trauung ist ein "Vorgang" !

Wie, wo und wann melden wir uns an?

Ihre standesamtliche Trauung melden Sie immer zuerst beim Standesamt Ihres Wohnortes an, auch wenn Sie vorhaben, in einer anderen Stadt zu heiraten. Leben Sie und Ihr Partner in unterschiedlichen Gemeinden, können Sie sich eine heraussuchen. Diese "Anmeldung zur Eheschließung" entspricht dem früheren Aufgebot. Die meisten Standesämter nehmen Terminwünsche erst ca. 6 Monate im Voraus an. Das sollten Sie auf jeden Fall bei Sonderterminen, wie dem 22.02.2022 oder ähnlichen beachten. Die Anmeldung zur Eheschließung ist nicht mehr wie früher an einen Termin gebunden und wird auch nicht mehr veröffentlicht. Sie könnten also getrost heute die Trauung anmelden und morgen heiraten. Vorausgesetzt Sie können dem Standesbeamten alle Unterlagen vorlegen.

Welche Dokumente brauchen wir für das Standesamt?

Vor jeder standesamtlichen Trauung ist es notwendig, einige Unterlagen vorzulegen. Welche das im Detail sind, hängt ganz von Ihrer Lebenssituation ab. Auf jeden Fall benötigen Sie:

  • Den Personalausweis oder Reisepass
  • Die Abschrift aus dem Familienbuch der jeweiligen Eltern: Bei Hochzeiten der Eltern vor 1958 in Westdeutschland oder dem 03. Oktober 1990 in der DDR wird stattdessen vom Standesamt eine Abstammungsurkunde verlangt. Diese stellt das damalige Standesamt aus, das die Trauung vollzogen hat.
  • Eine Aufenthaltsbescheinigung des jeweiligen Einwohnermeldeamtes
  • Ehefähigkeitsbescheinigung
Wurden Sie bereits einmal geschieden, ist ebenso die Scheidungsurkunde erforderlich, ist man verwitwet die Sterbeurkunde des Ehepartners. Werden Kinder in die Ehe eingebracht, müssen auch ihre Abstammungsurkunden und dazu noch die Sorgerechtsregelung nachgewiesen werden. Möchten Sie einen akademischen Grad in die Heiratsurkunde eintragen lassen, wie etwa einen Doktorgrad oder einen Diplomabschluss, benötigen Sie weiterhin die Original - Urkunde des Abschlusses. Etwas komplizierter wird es, wenn einer der beiden Ehepartner eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt. Die dafür benötigten Unterlagen sind bei Ihrem zuständigen Standesamt zu erfragen. Bereits bei der Anmeldung zur Eheschließung sollten Sie den gemeinsamen Ehenamen angeben. Sie können ihn jedoch auch später nachreichen, wenn Sie sich noch nicht im Klaren darüber sein sollten.

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Welche Gebühren fallen bei einer standesamtlichen Trauung an?

Die Gebühren lassen sich nicht genau festlegen und hängen auch von den vom jeweiligen Standesamt benötigten Unterlagen ab. Ungefähr können Sie mit folgenden Kosten rechnen:

  • Anmeldung zur Eheschließung und Prüfung der Ehefähigkeit ca. 33,- €
  • Stammbuch der Familie je nach Ausführung ca. 20 € - 30 €
  • Abstammungsurkunden je Person 7,- €
  • Heiratsurkunde 7,- €
  • Beglaubigte Abschrift aus dem Familienbuch 8,- €
  • Erklärung zur Führung eines Doppelnamens ca. 17,- €
  • Für mehrfache Ausfertigung von Urkunden fallen ab der zweiten Urkunde 3,50 € pro Kopie an.
Bei weiteren eventuell benötigten Unterlagen fallen zusätzliche Kosten an. Bitte beachten Sie, dass manche Standesämter für Wochenendtrauungen eine Zulage verlangen, ebenso für Trauungen außerhalb der Öffnungszeiten oder an anderen Orten als dem Standesamt. Heiraten Sie in einem anderen Ort, wird auch das dortige Standesamt zusätzlich zu den bereits im Wohnort entstanden Kosten, Gebühren erheben.

Wo findet die standesamtliche Hochzeit statt?

Eine standesamtliche Hochzeit findet meist im örtlichen Standesamt statt. Es bietet den nötigen festlichen Rahmen. Sie haben die Wahl, sich auch an außergewöhnlichen Orten trauen zu lassen, zum Beispiel in einem Schloss, dem Museum, einem Leuchtturm oder Untertage. Genaue Informationen dazu gibt Ihnen Ihr jeweiliges Standesamt. Nicht zu unterschätzen sind dabei die Nutzungsgebühren der jeweiligen Orte, genau wie eventuell benötigte Fotoerlaubnisse, die vielleicht käuflich erworben werden müssen. Dabei können schnell Gebühren von 50 € bis 250 € entstehen. Haben Sie sich entschlossen nicht in Ihrem Wohnort zu heiraten, teilen Sie dies einfach Ihrem örtlichen Standesamt mit und es wird sie an das neue zuständige Standesamt verweisen und alle nötigen Unterlagen dahin übermitteln.
Außergewöhnliche Hochzeitslocations

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Brauchen wir Trauzeugen für eine standesamtliche Hochzeit?

Nein! Für eine standesamtliche Hochzeit benötigen Sie keine Trauzeugen. Trotzdem halten viele Paar an diesem schönen Brauch fest und lassen Freunde, Geschwister oder andere Verwandte als Trauzeugen an der Trauung teilnehmen. Die Trauzeugen müssen lediglich am Tag der Hochzeit einen Ausweis oder Reisepass vorlegen.

Wie läuft die standesamtliche Hochzeit ab?

Nüchtern betrachtet ist eine standesamtliche Trauung eine reine Formsache. Die Standesbeamten sind jedoch bemüht, die standesamtliche Hochzeit so stilvoll und mit hohem Niveau durchzuführen, wie es nur möglich ist. Bereits im Vorfeld können Sie mit Ihrem Standesbeamten besprechen, wie die Trauung ablaufen soll. Wünschen Sie, ein eigenes Ehegelübte vorzusprechen, wünschen Sie sich eine eigene Auswahl an Musik? Der Standesbeamte wird Ihre Wünsche in den Ablauf der Zeremonie einbeziehen. Die standesamtliche Hochzeit selbst dauert nur ca. 30 Minuten inklusive aller formellen Unterschriften und Gratulation durch die Gäste.

Haben Sie alle Vorbereitungen abgeschlossen, steht dem schönsten Tag im Leben eines Brautpaares nichts mehr im Weg, es sei denn, Sie haben am Hochzeitstag die Ringe vergessen...
Text: C. D. / Stand: 13.12.2018

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