Der Polterabend

Brautpaar fegt Scherben zusammen
Nach dem Polterabend heißt es aufräumen
Foto: © Pixelacts


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Polterabend feiern

Abergläubisch sind immer weniger Menschen, doch manche Traditionen, die sich aus alten Ritualen ergründen, werden gern auch in der aufgeklärten Gegenwart beibehalten.

"Scherben bringen Glück", dieses Sprichwort kennt eigentlich jeder. Um dem alsbald frisch vermählten Paar alles erdenkliche Glück mit auf den Weg in die gemeinsame Zukunft zu geben, sollte ein Polterabend vor keiner Hochzeit fehlen. Schaden kann's nicht - und vielleicht hilft es ja doch... Mehr über Hochzeitsbräuche

Gäste einladen? - Wer kommt, der kommt

Üblicherweise findet der Polterabend vor dem Haus der Braut bzw. dem ihrer Eltern statt. Sollte dies, beispielsweise aus Platzgründen, nicht möglich sein, kann natürlich auf andere Alternativen zurückgegriffen werden. Das Brautpaar gibt lediglich den Termin des Polterabends bekannt, lädt jedoch niemanden konkret ein. In den meisten Fällen legt man das Datum auf den Freitagabend vor der kirchlichen Trauung. Zu dem Termin, der letztendlich im Wesentlichen durch Mundpropaganda im Familien- und Freundeskreis bekannt wird, kann kommen wer will. So sehen viele Paare hierin auch eine Möglichkeit, Gäste, die aus verschiedenen Gründen nicht bei der eigentlichen Hochzeitsfeier dabei sein können, doch auf diesem Wege am gemeinsamen Glück teilhaben zu lassen. Für die Verpflegung am Polterabend hat das Brautpaar Sorge zu tragen, für ausreichend Scherben die Gäste. Auf schicke Abendgarderobe wird verzichtet, die Kleidung wird eher leger gewählt.

Kloschüsseln und Blumentöpfe - Scherben bringen Glück

Zerworfen wird am Polterabend vor allem mitgebrachtes Porzellan, aber auch Steingut, Blumentöpfe und Fliesen, Waschbecken und Kloschüsseln sind erlaubt - gerade letzteres erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Wann bekommt man sonst schon eine Kloschüssel im Tiefflug zu sehen? Absolut verboten ist Glas, denn Glas steht für Glück, das natürlich gerade nicht zerstört werden sollte, sowie Spiegel, die zerbrochen sieben Jahre Pech symbolisieren. Im Anschluss an das Zerwerfen und Zerschleißen der mitgebrachten Utensilien ist es Aufgabe des Brautpaares, den Scherbenhaufen gemeinsam zu beseitigen. Auch dem liegt eine Symbolik zugrunde, und zwar soll das Paar dadurch daran erinnert werden, auch in Zukunft schwierige Lebenslagen gemeinschaftlich als Paar zu meistern und zu bewältigen.

Geschenke bekommt das Paar am Polterabend üblicherweise nicht überreicht. Wer jedoch beispielsweise nicht an der eigentlichen Hochzeitsfeierlichkeit teilnehmen kann, kann diese Gelegenheit zur Übergabe seines Präsentes durchaus nutzen.

Party-Time am Polterabend

Nach Porzellan-Weitwurf und dessen Spurenbeseitigung wird gefeiert, was das Zeug hält. Polterabende sind traditionell weitaus feucht-fröhlicher als die Feierlichkeiten am Tage der Trauung. Sollte ein Polterabend von daher unmittelbar am Abend vor der Trauung stattfinden, so ist es dem Paar durchaus gestattet, sich vorzeitig zurückzuziehen, um nicht am folgenden Tag verkatert und übermüdet in Erscheinung zu treten. Schließlich möchte man das Ja-Wort nicht mit Fahne aussprechen oder dem Partner den Ring gähnend anstecken.

Die Hochzeit sollte eigentlich einmalig im Leben sein und als einer der schönsten Tage, wenn nicht sogar als "der" schönste Tag im Leben eines Paares in Erinnerung bleiben. Vor diesem Hintergrund sollte auch das ganze "Drum-Herum" stimmen, also darf ein ordentlicher Polterabend nicht fehlen. Scherben bringen Glück, und davon kann doch kein Paar genug haben.
Text: D. D. E. / Stand: 10.10.2018

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