Nachbarschaftsstreitigkeiten - Wie damit umgehen?

Bekannte Redensarten in Deutschland lauten „Trautes Heim, Glück allein“ oder „Zuhause ist es am Schönsten“. Doch was helfen diese Redewendungen, wenn der Nachbar nervt?
Eine Frau grillt im Garten
Das Grillen im Garten führt häufig zum Nachbarschaftsstreit
Foto: © Fotolyse
Übt die Tochter des Nachbarn ständig Tonleitern auf der Blockflöte, kläfft der Hund den ganzen Tag oder werden Gegenstände im Hausflur abgeladen, die dort nichts zu suchen haben? Ist der Durchgang zum Briefkasten ständig versperrt, zieht Rauch in den Hausflur oder stapeln sich dort die Müllsäcke? Wird die Hecke nicht geschnitten, das Treppenhaus nicht geputzt oder das Auto immer auf dem falschen Parkplatz abgestellt? Die Gründe für Nachbarschaftsstreitigkeiten sind vielfältig.
Streitigkeiten unter Nachbarn sind im gewissen Maße ganz normal, wer führt schon ein Leben voller Harmonie?! Doch bis zu welchem Grad sind Streitigkeiten normal und wann geht es über das Normalmaß hinaus? Die Toleranzgrenzen sind sicherlich von Person zu Person unterschiedlich. Bevor es jedoch zum riesigen Krach kommt und der Streit vor Gericht landet, sollte jeder darüber nachdenken, ob es nicht noch einen anderen Weg gibt, den Konflikt beizulegen. Der Zoff am Gartenzaun kann zum echten Nervenkrieg für sämtliche Beteiligte werden, damit der Traum vom ruhigen Feierabend zuhause nicht zum Albtraum wird, gibt es hier einige Tipps und Anregungen, um Nachbarschaftsstreitigkeiten friedlich zu beenden.

Was kann man beim Nachbarschaftsstreit tun?
Die Möglichkeiten, einen Nachbarschaftsstreit beizulegen, sind vielfältig und reichen von Abwarten bis Umziehen. Doch, was ist wirklich hilfreich?
Es sollte immer im Hinterkopf behalten werden, dass in der Regel nicht nur eine Seite für einen
ausufernden Streit verantwortlich ist, sondern zu einem Streit normalerweise immer zwei Seiten gehören. In manchen Fällen kann es daher durchaus sinnvoll sein, die eigene Sichtweise gründlich zu überdenken und eventuell die eine oder andere Macke der Nachbarn einfach hinzunehmen.
Die goldene Regel bei Nachbarschaftsstreitigkeiten heißt „Ruhe bewahren“! Das ist sicherlich nicht immer leicht, denn schnell kochen die Emotionen hoch, doch persönliche Anfeindungen und willkürliche Racheaktionen sind in der Regel wenig hilfreich, sondern verschlimmern die Situation in den meisten Fällen noch.
Sinnvoller ist es, das Gespräch zu suchen. Aber nicht am Gartenzaun, sondern in möglichst neutraler Umgebung, zum Beispiel in einer Kneipe oder einem Café. Es kann auch hilfreich sein, eine unbeteiligte Person als Schlichter zu diesem Gespräch hinzuzuziehen. Dieses Gespräch sollte nicht unvorbereitet angegangen werden. Besser ist es, die Fakten zurechtzulegen und diese möglichst sachlich zu erörtern. Bei der Vorbereitung sollten auch die möglichen Argumente des Nachbarn überdacht werden, um Gegenargumente zu sammeln. Generell sollte überdacht werden, ob es nicht auch einen Kompromiss geben kann, dazu muss auch die eigene Einstellung noch einmal sorgfältig geprüft werden. Wird ein Kompromiss erzielt, kann es sinnvoll sein, diesen schriftlich festzuhalten. So kann bei eventuell später wieder aufflammenden Streitigkeiten auf dieses Dokument zurückgegriffen werden. Außerdem ist es häufig aus psychologischer Sicht sehr sinnvoll, wenn beide Parteien eine Art Vertrag unterschreiben und sich diesem verpflichtet fühlen.
Sind all diese Bemühungen nicht von Erfolg, ist der Vermieter oder die Eigentümergemeinschaft die nächste Anlaufstelle. Kann auch mithilfe dieser Instanz der Konflikt nicht beigelegt werden, kann eine Konfliktberatungsstelle oder ein Anwalt weiterhelfen.
Vor allem der Gang zum Anwalt sollte als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden, denn wenn der Nachbarschaftsstreit vor Gericht geht, es wirklich zum Prozess kommt, ist das Verhältnis zu den Nachbarn am Ende meistens vollständig zerrüttet. Nicht selten fühlt sich nach einem solchen Prozess, der sich durchaus über einige Jahre erstrecken kann, eine der beiden Parteien dazu genötigt umzuziehen.

[Bei Fragen zum Thema Nachbarschaftsstreit wenden Sie sich bitte an einen Anwalt. Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

Auch das führt häufig zu Nachbarschaftsstreitigkeiten:
  • Baumbestand
  • Kinderlärm
  • Grillen
  • Nichteinhaltung der Ruhezeiten
  • Laute Musik
  • Komposthaufen am Gartenzaun
  • Tabakrauch
  • Überhängende Äste
  • Obst das in den Nachbargarten fällt
  • Tierhaltung
  • Verbrennen von Gartenabfällen
  • Unkraut im Garten

  • In unserem Verzeichnis finden Sie auch einige Anwälte für Mietrecht, die Ihnen sicher weiterhelfen können.

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