In der Schule fliegen manchmal die Fetzen. Ein Schüler kommt laufend zu spät, hat seine Unterrichtsmaterialien nicht dabei oder stört im Unterricht – Lehrer geraten in solchen
Situationen hin und wieder in Rage. Auf der anderen Seite stellen Lehrer unfaire Aufgaben in Klassenarbeiten, geben zu viele Hausaufgaben oder behandeln Schüler unfair – das bringt die Schüler auf die Palme. Konfliktpotenzial gibt es in der Schule genug, da ist es nicht verwunderlich, wenn das Kind mal Zoff mit dem Lehrer hat.
Verhältnis zwischen Eltern und Lehrer
Ein wirklich entspanntes Verhältnis haben Eltern und Lehrer nur selten. Meisten handelt es sich um ein eher angespanntes Verhältnis, in eingien Fällen um eine Art Konkurrenzsituation und manchmal sogar um eine richtiggehende Feindschaft.
Dabei wäre es von großer Wichtigkeit, dass Eltern und Lehrer auf einen gemeinsamen Nenner kommen und am selben Strang ziehen, schließlich wollen beide das Beste für die Kinder.
Wann müssen Eltern eingreifen?
Viele Eltern geraten schnell aus dem Häuschen, wenn Sie erfahren, dass Ihr Kind Zoff mit dem Lehrer hat. Sie denken, Ihr Kind wurde ungerecht behandelt oder vor den Mitschülern bloß gestellt. In einigen Fällen entspricht dies sicherlich auch den Tatsachen, in einigen Fällen ist es hingegen nicht ganz so dramatisch, wie es zunächst scheint. Denken Sie als Eltern immer daran, dass eine Sache zwei Betrachtungsweisen hat. Natürlich sollen Sie Ihr Kind nicht allein lassen, sondern es so gut es geht unterstützen, aber in einigen Situationen ist auch besonnenes Handeln angemessen.
Lassen Sie sich die Situation zunächst ausführlich von Ihrem Kind schildern und ziehen Sie auch Klassenkameraden zurate. Sind Sie anschließend noch immer der Meinung, dass Ihr Kind Ihre Unterstützung gegenüber dem Lehrer benötigt, nehmen Sie Kontakt zu ihm auf. Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin oder sprechen Sie das Problem direkt am Telefon an.
Oft lässt sich das Problem ganz einfach in einem Gespräch klären.
Lösungsansätze
Hat Ihr Kind dauerhaft Streit mit einem Lehrer und leiden am Ende sogar die Noten unter dieser Situation, wird es Zeit, einzugreifen. Wenn ein klärendes Gespräch nichts gebracht hat, sollten Sie den Beratungslehrer der Schule zurate ziehen.
Häufig ist es sinnvoll, eine außenstehende Person zu einer Streitschlichtung hinzuzuziehen, um
einen neutralen Blickwinkel mit am Tisch zu haben. Gibt es an der Schule Ihres Kindes keinen Beratungslehrer oder kommt dieser für das Schlichtungsgespräch nicht infrage, besteht die Möglichkeit, einen Mediator von außerhalb mit einzubeziehen. An einigen Schulen gibt es Sozialarbeiter oder Schulpsychologen, die speziell ausgebildet sind, um derartige Probleme zu lösen.
Sie müssen sich vor einem Schlichtungsgespräch oder einer Mediation aber darüber im Klaren sein, dass auch Sie zu Kompromissen bereit sein müssen. Zieht sich der Streit zwischen Schüler und Lehrer schon über einen längeren Zeitraum hin, wird die Lösung des Problems natürlich schwieriger, weil die Positionen festgefahren sind. Es ist daher zu empfehlen, Streitigkeiten möglichst frühzeitig zu schlichten.
Je nach Ansatz des Mediators und nach Lage des Problems kann das Schlichtungsgespräch zwischen Schüler und Lehrer stattfinden oder auch in einem größeren Kreis unter Einbeziehung der Eltern, des Schülersprechers und des Personalrats. Als Elternteil sollten Sie nicht zwingend darauf bestehen, an dem Gespräch teilzunehmen, sondern Ihr Kind nur auf Einladung oder dessen ausdrücklichen Wunsch begleiten.
Es ist wichtig, dass Sie als Elternteil die Situation nach dem Schlichtungsgespräch nicht aus dem Auge verlieren. Achten Sie darauf, wie sich Ihr Kind in den Tagen und Wochen danach verhält. Ist alles in Ordnung oder gibt es Verhaltensauffälligkeiten? Nicht immer löst eine Mediation alle Probleme, daher sollten Sie weiterhin ein offenes Ohr für Ihr Kind haben und bei Bedarf erneut einschreiten.
Ist auch nach einem Schlichtungsgespräch keine Beilegung der Streitigkeiten in Sicht, haben Sie die Möglichkeit, je nach Sachlage, ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer anzustreben oder einen Schulwechsel vorzunehmen.
Beraten Sie sich mit Ihrem Kind, dem Schulpsychologen und dem Beratungslehrer der Schule, welcher Weg sinnvoll und für Ihr Kind am besten geeignet ist. Text: D.S.
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