Schulverweigerer

Junge hat Kopfschmerzen
Eine beliebte Ausrede für Schulverweigerer: Kopfschmerzen
Foto: © Bronwyn Photo


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Wenn Kinder nicht zur Schule gehen

Von Schulverweigerern wird gesprochen, wenn ein Schüler wiederholt unentschuldigt für ganze Tage im Schulunterricht fehlt. Als Schulverweigerer werden also Kinder und Jugendliche bezeichnet, die nicht nur zu speziellen Anlässen, zum Beispiel bei einer anstehenden Klassenarbeit die Schule schwänzen, sondern die über einen längeren Zeitraum hinweg nicht zum Unterricht erscheinen und für diese Fehltage keine Entschuldigung erbringen können.

Wie wird ein Kind zum Schulverweigerer?

Schulverweigerer wird kein Kind einfach so. Es gibt die unterschiedlichsten Beweggründe und Motive, dem Unterricht fernzubleiben. Bei Grundschulkindern sind es häufig Schwierigkeiten, sich in das soziale Umfeld einzugewöhnen oder das Elternhaus zu verlassen. Vor allem Kinder, die keinen Kindergarten besucht haben und ein sehr enges Verhältnis zu einem Elternteil haben, sind in dieser Hinsicht gefährdet. In vielen Fällen, ganz gleich in welchem Alter die Schüler sind, kommen Versagensängste oder
Angst vor Lehrern und / oder Mitschülern als Grund in Frage. Diese können aus einer Außenseiterrolle heraus entstehen oder durch mangelndes Selbstbewusstsein verursacht werden. Auch eine überhöhte Erwartungshaltung vonseiten der Eltern kann dazu beitragen, dass ein Kind zum Schulverweigerer wird. Ein weiterer Grund kann die Unterforderung im Unterricht sein. Wenn ein hochbegabtes Kind sich im Unterricht dauerhaft langweilt, kann es der Schule aus Protest fernbleiben. Auch Drogen in der Schule und Alkohol sowie ein schulferner Freundeskreis können der Grund dafür sein, dass ein Kind zum Schulverweigerer wird. Häufig sind auch Probleme im häuslichen Umfeld ausschlaggebend. Wenn Eltern dem Kind keinen geregelten Tagesablauf vorleben und es in schulischen Belangen wenig oder gar nicht unterstützen, kann sich dies negativ auf die Schullaufbahn eines Kindes auswirken.

In der Regel wird kein Kind von einem Tag auf den anderen zum Schulverweigerer. In den meisten Fällen gibt es zwar ein auslösendes Moment, aber im Hintergrund hat sich bereits über einen längeren Zeitraum hinweg eine ablehnende Haltung gegenüber der Schule aufgebaut. Im Anfangsstadium der Schulverweigerung weisen die betroffenen Schüler häufig noch Atteste und Entschuldigungen für ihre Fehlzeiten vor. Diese sind entweder von den Eltern oder einem Arzt ausgestellt. Häufig werden Übelkeit, Bauschschmerzen oder Kopfschmerzen als Grund für das Fernbleiben vom Unterricht angeführt.

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Was tun, wenn mein Kind nicht zur Schule geht?

Häufen sich die Fehlzeiten, werden die Lehrer in der Regel aufmerksam und suchen den Kontakt zum Elternhaus. Gibt es einen dementsprechenden Hinweis vonseiten der Schule, sollten Eltern aufhorchen und das Gespräch mit ihrem Kind suchen. Normalerweise bleibt Eltern das Verhalten ihrer Kinder nicht verborgen. Hat Ihr Kind in letzter Zeit vermehrt über kleinere Beschwerden wie Bauchschmerzen geklagt und eine Entschuldigung für die Schule von Ihnen verlangt? Kam dies des Öfteren vor? In einem solchen Fall sollten Sie hellhörig werden und die Entschuldigung nicht einfach ausstellen. Gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt, wenn die körperlichen Beschwerden anhalten. Sollte der Arzt keine körperliche Ursache für die Beschwerden finden, sprechen Sie in jedem Fall mit ihrem Kind über mögliche Probleme in der Schule oder im Freundeskreis. Häufig stellen sich dabei Probleme heraus, die dazu führen, dass das Kind den Schulbesuch verweigert. Haben Sie die Gründe für das dauerhafte Schulschwänzen auf diesem Wege herausgefunden, können Sie zusammen mit Ihrem Kind versuchen, eine Lösung zu finden. Von einem Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräch, um möglicherweise bestehende Missverständnisse im Verhältnis zueinander auszuräumen bis hin zum Schulwechsel, auf eine Schule mit niedrigerem oder höherem Niveau gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Häufig lassen sich die Probleme leider nicht so rasch und unkompliziert lösen. Vor allem wenn ein Kind bereits seit längerer Zeit der Schule ferngeblieben ist und in der "Schulverweigerer-Haltung" quasi gefangen ist. In diesem Fall ist es sinnvoll eine Selbsthilfegruppe oder einen Psychologen zurate zu ziehen.

Folgen und Alternativen für Schulverweigerer

Ist ein Kind zum Schulverweigerer geworden und bekommt es keine Hilfe, stehen die Chancen einen Schulabschluss zu bekommen und einen Job zu finden schlecht. Soweit muss es aber nicht kommen! Selbst wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum hinweg der Schule ferngeblieben ist, womöglich ein oder zwei Schuljahre verpasst hat, gibt es eine Chance. In den meisten Bundesländern gibt es spezielle Bildungsangebote für Schulverweigerer, wo in kleinen Lerngruppen versucht wird, die Ängste zu überwinden und den versäumten Stoff nachzuholen. Natürlich ist dieser Weg nicht immer einfach und die Schüler tun sich erfahrungsgemäß leichter, wenn sie Unterstützung aus dem häuslichen Umfeld erhalten.
Text: D. S.

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