Schulangst bei Kindern - Was kann man tun?

Angst hat fast jeder Mensch vor irgendetwas – Erwachsene genauso wie Kinder. Daran ist nichts Schlimmes oder Außergewöhnliches, in einigen Situationen ist Angst sogar
Angst vor der Schule
Angst vor der Schule muss nicht sein
Foto: © Kobold-knopf81
überlebensnotwendig.
Einige Kinder entwickeln Angst vor der Schule.
Auch wenn im Leben einige Ängste als unvermeidlich erscheinen, sollte die Schulangst nicht einfach akzeptiert oder gar ignoriert werden. Es ist wichtig, dass Eltern und Lehrer auf derartige Probleme eingehen.

Was ist Schulangst?
Angst ist ein dauerhaft auftretendes Gefühl, das sich bei Menschen, die unter Schulangst leiden, in Bezug auf die Schule verstärkt. Dabei kann diese Angst ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Während einige Schüler generell Probleme haben, anderen Menschen gegenüberzutreten, also eine Art soziale Phobie oder ausgeprägte Schüchternheit zeigen, haben andere Schüler Probleme, Autoritätspersonen gegenüberzutreten. Aber auch Leistungs- und Prüfungsangst können eine Form der Schulangst darstellen.
In vielen Fällen äußern sich die Angstzustände in körperlichen Reaktionen: Kopfschmerzen, Übelkeit und Bauchschmerzen, in manchen Fällen kann auch plötzliches Fieber auftreten.

Wodurch entsteht Schulangst?
Schulangst kann durch zahlreiche Faktoren entstehen. Häufig hat Schulangst nur vordergründig etwas mit der Schule an sich zu tun. In vielen Fällen entsteht sie eher durch das häusliche Umfeld oder spezifische Erfahrungen.
Während einige Kinder von Natur aus äußerst schüchtern und leicht zu verunsichern sind, haben andere Kinder ganz konkrete Erfahrungen, wie zum Beispiel Mobbing oder Gewalt erlebt.
Um diese Situationen zu vermeiden, versuchen sie ihnen aus dem Weg zu gehen und entwickeln als eine Art Abwehrreaktion Schulangst, die im schlimmsten Fall zum vollständigen Verweigern des Schulbesuchs führen kann.
In einigen Fällen tritt die Schulangst bereits im frühen Kindesalter auf, wenn das Kind in den Kindergarten oder in die Grundschule geht. Als Ursache ist hier häufig eine Trennungsangst zu erkennen, die durch den sehr engen Bezug zur Mutter oder einer anderen Vertrauensperson zu erklären ist.
Auch in der Pubertät kann es zur Entstehung von Ängsten, speziell von Schulangst kommen. Kinder und Jugendliche sind in der Pubertät auf der Suche nach sich selbst und betrachten viele Situationen kritisch. Liegen Probleme im Elternhaus oder in der Klassengemeinschaft vor, kann sich daraus während der Pubertät Schulangst entwickeln.
Ein Kind, das unter ausgeprägter Prüfungsangst leidet, hat diese meist über einen längeren Zeitraum entwickelt. Am Anfang standen schlechte Zensuren in einem oder mehreren Fächern, darauf folgten Vorwürfe von Eltern und Lehrern, woraufhin das Kind nach und nach Zweifel an sich selbst und seiner Leistungsfähigkeit entwickelt hat. Um schlechte Noten in Klassenarbeiten und Tests zu vermeiden, sehen einige Schüler nur die Möglichkeit, diesen Prüfungssituationen fernzubleiben. Auf Dauer führt dieses Verhalten natürlich dennoch zu schlechten Zensuren und löst das Problem nicht.
Eltern und Lehrer sind in solchen Situationen gefordert.

Was können Eltern gegen die Angst vor der Schule tun?
In der Regel stehen die Eltern ihrem Kind am nächsten und erkennen daher zuerst, wenn es Probleme in der Schule oder anderen Bereichen gibt. In einigen Fällen kann es aber auch Hinweise vonseiten der Lehrer geben, zum Beispiel dass das Kind mehrere Tage unentschuldigt gefehlt hat.
Es ist äußerst wichtig, dass Sie als Eltern Ihrem Kind beistehen, wenn es unter Schulangst leidet. Versuchen Sie zunächst in einem Gespräch zu klären, worin die Gründe liegen, und gehen Sie auf die Ängste Ihres Kindes ein. Setzen Sie es nicht unter Druck, sondern motivieren Sie!
Gemeinsame Entspannungsübungen, wie Autogenes Training oder Yoga können in vielen Fällen helfen. Wenn Sie selbst nicht weiterwissen, wenden Sie sich an einen Beratungslehrer der Schule, an das Jugendamt oder einen Schulpsychologen.
Text: D.S.
 
Schulstress vermeiden Die Schüler Deutschlands leiden zunehmend unter Schulstress. Der immer stärker werdende Leistungsdruck lässt die Schüler nicht nur psychisch, sondern auch körperlich krank werden. Immer mehr Eltern sind der Meinung, dass unser Schulsystem ihren Kindern die Kindheit stiehlt. Vollgepackte Lehrpläne und mehr und mehr außerschulische Verpflichtungen belasten die Kinder und Jugendlichen sehr.
Mehr zum Thema Schulstress
Hyperaktivität bei Kindern Ist ein Kind ungewöhnlich rastlos und findet es offensichtlich nur schwer Ruhe und Ausgeglichenheit, kommt vielen Eltern der Begriff "Hyperaktivität" in den Sinn. In den Medien wird mittlerweile von einer Modediagnose gesprochen und Eltern sind verunsichert: Ist mein Kind nur aktiver als andere, oder trifft wirklich der Fall ADHS zu?
Mehr zum Thema Hyperaktivität