"Kann mein 12-jähriger Sohn auch schon an den Kraftgeräten trainieren?" oder "Welcher Gymnastik-Kurs eignet sich am besten für meine 13-jährige Tochter?" Mit diesen oder ähnlichen Fragen sehen sich Mediziner oder Trainer in Sportinstituten und Fitness-Clubs immer häufiger konfrontiert. Schließlich haben in Zeiten der flexiblen Arbeitswelt und allein erziehender Elternteile alle Familienmitglieder ein gutes Gefühl, wenn sie mehr Zeit miteinander verbringen. Und so kommt es, dass man die Frau Mama im Pilates-Kurs, den Herrn Papa beim Gewichte stemmen und die lieben Sprösslinge beim Tennis oder Tanzen antrifft.
Entwicklung zwischen zwei Extremen
Dr. Michael Siewers, Sportmediziner an der Universität Kiel, beschäftigt sich z.B. seit vielen Jahren mit Kinder- und Jugendsport. Zur aktuellen Situation meint er: "Wir haben auf der einen Seite die Masse der Kinder, deren Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer von Jahrgang zu Jahrgang abnimmt. Daraus resultieren Übergewicht, Haltungsschäden und Konzentrationsstörungen. Auf der anderen Seite gibt es Jugendliche, die einem überzüchteten Körperideal entgegeneifern und ihren Körper mit zu schweren Übungen total überfordern. Zum Glück ist diese Gruppe noch sehr klein.
"Was immer öfter fehlt, ist die natürliche Bewegung im Alltag. Durch das Spielen im Hof bzw. im Park, zu Fuß zur Schule gehen oder einfach auf Bäume klettern kommt es bereits zu gezieltem, altersadäquatem Kräftigungstraining." Schulsport könnte Kindern vermitteln, was Bewegung alles bewirken kann. Man fühlt sich im eigenen Körper wohler, lernt leichter und bleibt gesund. Leider gibt es viel zu wenige Sportstunden - und die werden oft nicht sinnvoll genutzt", so Dr. Siewers. Der renommierte Sportmediziner konnte in einer Studie nachweisen, dass schon
zweimal wöchentlich kurze, gezielte Trainingseinheiten beachtliche Resultate hervorbringen. Über einen Zeitraum von vier Wochen erzielten 12- bis 13-jährige Schüler einen Kraftzuwachs von bis zu 16 Prozent.
Fitness für Kinder - Private Fitness-Clubs profitieren
Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Da es Staat und Schule - nicht nur in Deutschland und Österreich - schon seit Jahren versäumen, mehr für die sportliche Entwicklung der Jugend zu tun, übernehmen zunehmend private Sportinstitute und Fitness-Clubs diese Rolle. Sie bieten ein sehr vielseitiges Angebot an verschiedenen Sportarten und Kursen und schaffen so ein Umfeld, in dem Familien gemeinsam sportlich aktiv sein können. Empfehlenswerte Adressen sind z.B. die Clubs von Aspria oder Fitness Company, die unter der Anleitung von speziell ausgebildeten Trainern mit Jugendprogrammen für 12- bis 16- Jährige auf sich aufmerksam machen.
Die richtige Bewegung für jedes Alter
Bis zum achten Lebensjahr empfiehlt Dr. Siewers alle natürlichen Bewegungsformen, wie Klettern an niedrigen Geräten, Hindernisturnen oder verschiedene Ballspiele. Hierbei stehen Koordination und Spaß an der Bewegung im Vordergrund. Zwischen 8 und 14 Jahren können erste Leistungsanreize bei Tennis, Fußball oder etwa Schwimmen erprobt werden. Dadurch verbessern die Sprösslinge Schnelligkeit, Konzentration und es kommt zu Kraftzuwächsen. Ab dem 14. Lebensjahr dürfen und sollen Jugendliche ihre Kraft, Ausdauer und vor allem Beweglichkeit regelmäßig trainieren.
Jede Form der Bewegung ist eine Investition in eine gesunde und beschwerdenfreie Zukunft. Wer von klein auf das Gefühl kennt, seine Muskeln zu spüren und aktiv zu schwitzen, wird sein Leben lang auf Bewegung zurückkommen - selbst nach längeren Pausen.
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