Schritt für Schritt - wenn Kinder das Laufen lernen

Ein Baby lernt laufen
"Achtung, ich komme!" - Wenn Babys laufen lernen
Foto: © DoraZett



Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

Tipps zum Laufen lernen

Ein gesundes Kind wird früher oder später ganz von allein Laufen lernen. Ist es früher in der Lage als andere Kinder, die ersten Schritte allein zu schaffen, sind die Eltern unglaublich stolz auf es. Braucht es aber etwas länger, machen sich Papa und Mama schnell Sorgen, es könnte etwas nicht in Ordnung sein. Dabei hat jedes Kind einfach nur seinen eigenen Rhythmus. Vielleicht konzentriert es sich gerade auf etwas anderes als das Laufen, zum Beispiel das Trinken aus einer Tasse oder es lernt momentan wieder, die Welt etwas besser zu verstehen. Dadurch sind manchmal bei den Kindern einfach die Ressourcen erschöpft, andere Dinge erscheinen ihm zu diesem Zeitpunkt einfach wichtiger und interessanter. Irgendwann wird das Laufen seine Aufmerksamkeit wecken.

Ein Kind lernt am besten Laufen, wenn es barfuß bzw. nur in Söckchen läuft. Bei der Behauptung: "Kinder brauchen feste Schuhe um Halt zu haben beim Laufen lernen" handelt es sich um ein Ammenmärchen. Orthopäden bestätigen einhellig, dass sich die Fußmuskulatur am besten entwickelt, wenn sie nicht in enge Grenzen gequetscht wird. Es ist außerdem für die Kinder viel einfacher, die Balance zu halten, wenn nicht noch Gewichte an den Füßen hängen. Gänzlich verzichten sollten Eltern auf jeden Fall auf Lauflernhilfen. Sie mögen eine bequeme Möglichkeit sein, dass Kind ruhig zu stellen, weil es damit schnell an die Stellen kommen kann, die es interessiert. Doch die Rückenmuskulatur ist noch nicht in der Lage, die kleinen Körper richtig stützen zu können. Durch eine Zwangshaltung in den Lauflernhilfen sind Haltungsschäden vorprogrammiert.

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Wann lernt Baby laufen?

Einfacher haben es die Kinder, wenn sie von ganz allein ca. mit 14 Monaten anfangen, Dinge vor sich her zu schieben und damit durch die Wohnung zu düsen. Das kann ein Kinderstuhl sein, ein Hocker oder auch einfach nur ein Puppenwagen, der zur Kippsicherung mit etwas beschwert wurde. Geeignete Gehhilfen finden die Kinder ganz schnell in jedem Haushalt von allein. Sei es ein Wäschekorb oder der Staubsauger. Das Kind sollte nicht zum aufrecht Gehen gezwungen werden, wenn es lieber krabbelt, ist das auch in Ordnung.

Zieht sich das Kind an einem Möbelstück hoch und hält sich fest, können Sie anfangen, mit ihm zu trainieren. Versuchen Sie dem Kind doch einfach mal etwas Interessantes vor die Nase zu halten, sein Lieblingsspielzeug oder etwas ganz Neues. Es wird spontan probieren, danach zu greifen und hält sich in diesem Moment nur mit einer Hand fest. Das ist eine sehr gute Übung für den Gleichgewichtssinn und sie lässt sich sehr gut im Alltag unterbringen, ohne dass man sofort eine Physiotherapie aufsuchen muss. Nach und nach wird Ihr Kind immer sicherer darin werden und irgendwann lässt es beide Hände los und steht freihändig - zwar nur für kurze Zeit, aber das wird sich ändern. Nach ein paar Wochen hat Ihr Kind dann sein eigenes Gleichgewicht gefunden und die Muskeln haben sich gestärkt. Beim freihändigen Stehen sieht es sehr amüsant aus, wenn die Kinder durch breitbeiniges Stehen und Schwanken versuchen, ihr Gleichgewicht zu halten.

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So können Sie Ihr Kind unterstützen

Mit ca. 15 Monaten können sich die meisten Kinder bereits an Möbelstücken festhalten und mit festhalten entlang hangeln. Jetzt kommt der Moment, wo Sie Ihrem Sprössling ein sehr großes Spielzeug in die Hand geben können, einen großen Teddy oder einen Wasserball. Fordern Sie es auf, das Spielzeug zu Ihnen herüber zu tragen. Der Ehrgeiz packt in den meisten Fällen das Kind. Es lernt durch diese einfache Übung, auch einen veränderten Schwerpunkt zu trainieren.

Die ersten freihändigen Schritte allein schaffen die Kinder im Regelfall aus dem sicheren Stand. Manchmal ganz unbewusst. Merken sie dann, dass sie ja eigentlich ohne Hilfe laufen, lassen sie sich oft aus Angst fallen und krabbeln sicher auf dem Boden weiter. Stellen Sie Ihr Kind zwei Meter vor sich und halten Sie die Arme auf, um es in den Arm zu nehmen. Irgendwann wird es die berühmten Schritte wagen, an die sich Eltern noch im hohen Alter erinnern, wenn ihre eigenen Kinder schon Babys bekommen haben. Mit ungefähr 16 Monaten wird das Kind in der Lage sein, frei zu laufen und beginnen, Dinge hinter sich herzuziehen. Dabei schaut es nach hinten und läuft nach vorn. Auch dies ist eine unbewusste aber wichtige Übung.

Wie lange ein Kind für jeden einzelnen Entwicklungsschritt braucht, ist sehr individuell. Aber: Noch hat jedes gesunde Kind das Laufen erlernt und später, zum Beispiel wenn es mal die Zuckertüte in der Hand hält, wird keiner mehr danach fragen, ob es nun mit 14 oder 16 oder 18 Monaten sicher gelaufen ist. Solange Sie als Eltern die Geduld aufbringen, Ihr Kind seine eigene Entwicklung zu durchleben, ist alles in Ordnung. Sie werden sehen: Ihr Kind lernt schneller als Sie es ihm vielleicht zutrauen.
Text: C. D.

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