Windpocken - Eine typische Kinderkrankheit

Die Windpocken zählen zu den typischen Kinderkrankheiten und werden von Varizella-Zoster-Viren (einer Form der Herpes-Viren) hervorgerufen. Oftmals hört man auch die Begriffe
Symptome von Winpocken lindern
Windpocken - Mama informiert sich in der Apotheke
Foto: © Marco Wydmuch
Schafsplattern oder Feuchtplattern, welche andere Bezeichnungen für die Windpocken sind. Die meisten Kinder erkranken im Alter zwischen 3 und 12 Jahren daran und sind nach überstandener Infektion recht wahrscheinlich ihr Leben lang dagegen immun. Da nach der Windpocken-Erkrankung Varizella-Viren im Körper verbleiben, kann es manchmal in späteren Jahren zu einer Gürtelrose kommen, verursacht durch Herpes-Zoster-Viren.

Windpocken sind ansteckend
Windpocken sind hoch ansteckend. Sie werden durch den Kontakt mit den Windpocken-Bläschen selbst übertragen, können jedoch auch ohne Berührung der erkrankten Person ganz einfach über die Luft weiter gegeben werden. Daher auch der Name "Wind"-Pocken. Nach einer Inkubationszeit von 14 bis 21 Tagen erscheinen auf der Haut des erkrankten Kindes etwa linsengroße, leicht erhabene, rote Flecken. Recht schnell verwandeln sich diese in kleine Bläschen, welche mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt sind. Jetzt beginnt auch der Juckreiz, der
oftmals fast unerträglich ist. Nach dem die Bläschen aufgeplatzt sind, verkrusten diese und fallen schließlich ab. Der ganze "Vorgang" dauert nur wenige Tage und ist manchmal von Fieber begleitet. Aber: in mehreren Schüben erscheinen immer wieder neue Windpocken, so dass alle drei Stadien - Flecken, Bläschen und Krusten - gleichzeitig auf der Haut zu sehen sind. Daher kann sich die Erkrankung bis zu 14 Tagen hinziehen.

Das tückische an den Windpocken: die erkrankte Person ist bereits zwei Tage vor dem Sichtbarwerden der ersten Flecken und Bläschen ansteckend. Anzeichen dafür gibt es häufig keine, es kann aber sein, dass das Kind einfach etwas quengelig ist oder leichtes Kopfweh hat. Und so kann man im Nachhinein meist auch nicht mehr feststellen, wo sich das eigene Kind überhaupt angesteckt hat.

Wie kann man die Symptome lindern?
Ist ein Kind an Windpocken erkrankt, so kommt es darauf an, die Krankheitssymptome zu lindern. An erster Stelle muss etwas gegen den Juckreiz getan werden. Windpocken-Kinder
Windpocken - eine Kinderkrankheit
Ein Eis als Trostpflaster kann helfen
Foto: © daniel mühlebach
sollten sich auf keinen Fall kratzen, da es sonst zu unschönen, bleibenden Narben kommen kann (den so genannten Pocken-Narben). Schulmedizinisch wird hier mit Antihistaminika behandelt, welche meist als Tropfen gegeben werden. Aber auch die Homöopathie hält wirkungsvolle Globuli bereit, welche nach Rücksprache mit einem Homöopathen verabreicht werden können. Das Betupfen der Windpocken mit einem feuchten Tuch, welches in verdünnten Kamillentee getränkt wurde, wird von den Kindern häufig als sehr angenehm empfunden. Danach kann man vorsichtig eine Zinksalbe auf die Windpocken aufragen. Diese trocknet die Bläschen aus und unterstützt die Wundheilung.

Die richtige Bekleidung kann dem an Windpocken erkranktem Kind zusätzlich Erleichterung verschaffen. Weite, aus reiner Baumwolle bestehende Kleidungsstücke verhindern einen Wärmestau und sollten daher erste Wahl sein. Jeans, enge Hosen und anliegende Shirts dagegen können unerträglich sein. Bewährt haben sich Shorts und ein altes, weites T-Shirt. Bitte keine guten Teile tragen, denn die Zinksalbe lässt sich nur schwer wieder aus der Kleidung waschen.

Windpocken können recht mild verlaufen, aber auch in einer heftigen Form auftreten. Manche Kinder klagen unter Bauchschmerzen und Schluckbeschwerden und können kaum etwas essen
oder trinken. Das liegt daran, dass die Windpocken auch vor den Schleimhäuten im Inneren des Körpers manchmal keinen Halt machen. Pürierte Nahrung, welche nicht zu heiß serviert wird und kühle Getränke werden in solchen Fällen als angenehm empfunden. Und ein kaltes Eis lindert nicht nur die Beschwerden, sondern tut auch der kleinen Seele gut.

Gegen die Windpocken gibt es eine Impfung, welche seit dem Jahr 2004 für alle Kinder von der STIKO empfohlen wird. Manche Kinderärzte und Eltern halten diese für sinnvoll, andere sprechen sich deutlich dagegen aus. Ob Eltern ihre Kinder gegen die Windpocken impfen lassen oder nicht, das muss jede Familie selbst entscheiden, nachdem sie sich gewissenhaft über die Vor- und Nachteile der Impfung informiert hat.

[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

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