Ist ein Kind ungewöhnlich rastlos und findet es offensichtlich nur schwer Ruhe und Ausgeglichenheit, kommt vielen Eltern der Begriff "Hyperaktivität" in den Sinn. In den Medien wird mittlerweile von einer Modediagnose gesprochen und Eltern sind verunsichert: Ist mein Kind nur aktiver als andere, oder trifft wirklich der Fall ADHS zu?
Tatsache ist, dass die Problematik ADHS - kranker Menschen schon seit langer Zeit bekannt ist, aber erst in den letzten Jahren intensiver erforscht worden ist. Schätzungen belaufen sich auf ca. 350.000 bis 500.000 betroffene Kinder und Teenager allein in Deutschland. ADHS steht für Aufmerksamkeits - Defizit - Hyperaktivitäts - Syndrom. Die Hyperaktivität ist also nur eine Begleiterscheinung eines komplexen Krankheitsbildes, welches auch ohne die Hyperaktivität diagnostiziert werden kann.
Was tun bei hyperaktiven Kindern?
Eltern ADHS betroffener Kinder müssen sich oft mit Vorwürfen auseinandersetzen, mangelnde Strenge hat zu dem auffälligen Verhalten ihrer Kinder geführt. Strenge Blicke, Unverständnis und Missbilligung ihrer Umwelt erschweren den Eltern nochmals die bereits schwierigen Situationen. Bin ich nicht in der Lage mein Kind zu erziehen? Was mache ich falsch? Warum ist mein Kind nicht wie andere Kinder es sind? Solche Fragen und Vorwürfe quälen Eltern.
Beobachten Sie Ihr Kind genau. Hat es außer das es sich leicht ablenken lässt noch andere Schwierigkeiten? Kann es nicht gut organisieren, rutscht es immerzu auf dem Stuhl herum? Platzt es permanent mitten in ein Gespräch oder redet besonders viel? Ist Ihr Kind vergesslich? Ist es ungeduldig und neigt dazu, plötzlich die Stimmung von "himmelhochjauchzend zu todebetrübt" zu wechseln?
Was ist ADHS? ( Hyperaktivität bei Kindern )
Ist erst einmal durch einen qualifizierten Psychologen, eine Sozialpädagogische Stelle oder eine Frühförderstelle die Diagnose gestellt worden, hat das Problem endlich eine Bezeichnung
bekommen. ADHS kranke Kinder weisen typische Merkmale in drei Verhaltensbereichen auf. Wie im Namen bereits erwähnt, handelt es sich um eine Aufmerksamkeitsstörung. Die Kinder sind unkonzentriert und lassen sich sehr schnell ablenken. Desweiteren handeln sie absolut impulsiv. Völlig unberechenbar drängen sie sich in fremde Situationen, ändern plötzlich ihr Verhalten und ihre Ziele. Und als dritter Verhaltensbereich kommt die Hyperaktivität hinzu. Die Kinder haben eine unglaubliche innere Unruhe und einen absoluten motorischen Bewegungsdrang. Während ADS Kinder eher als "Träumerchen" mit oft unklaren Symptomen auftreten, ist die Hyperaktivität ein besonders auffälliges Symptom von ADHS Kindern.
Kinder haben teilweise bereits im Säuglingsalter diese Störung, es zieht sich durch das gesamte Kindesalter. Besonders in der Zeit vor dem Schulbeginn wird Eltern Angst und Bange. Und das nicht ohne Grund. ADHS Kinder sind nicht dumm. Im Gegenteil, häufig haben Sie sogar einen hohen IQ. Sie lassen sich eben nur zu leicht von allem ablenken und können sich nicht auf eine Sache konzentrieren. Daher haben sie in der Schule Probleme. Auch soziale Kontakte finden sie nur schwer. In Verbindung mit ADHS lassen auch weitere Diagnosen verbinden. Manchmal haben ADHS Erkranke Nebenerkrankungen wie zum Beispiel eine Lese - Rechtschreibe - Schwäche oder eine Rechenschwäche. Während bei einem gesunden Menschen das Gehirn in einer Art Filter wichtige und unwichtige Reize trennen kann, fehlt ADHS kranken Menschen diese Fähigkeit. Es handelt sich hierbei nicht nur um akustische Reize. Auch Gerüche oder Berührungen bringen sie sofort aus dem Konzept. Die ADHS Erkrankung bleibt fortan bestehen, auch im Erwachsenen Alter. Jedoch können Erwachsene besser damit umgehen. Kinder müssen dies erst lernen. Um ihnen die Möglichkeit zu geben, sich dieses Wissen überhaupt anzueignen, greifen Mediziner und Eltern wenn nötig zu Medikamenten. Mit Stimulanzien werden die Kinder ruhiger. Zum ersten Mal können sie ohne Störung spielen.
Die Eltern haben dadurch die Option, mit ihren Kindern zu arbeiten und an sie heranzukommen. Plötzlich können sie sich konzentrieren und ticken nicht permanent aus. Eine Medikamentöse Behandlung ist nicht die einzige Methode, um zu helfen. Zusätzlich liegen hier auch noch keine gesicherten Langzeitstudien über die meisten Medikamente vor. Alternativ oder auch als Ergänzung dazu bieten sich Ergotherapie und Verhaltenstherapien an. Klar strukturierte Abläufe und Tagesplanungen unterstützen die Familien extra noch. Aber auch Aufenthalte in freier Natur geben dem Kind den nötigen Raum um den vielfältigen Reizen des Alltags zu entgehen. Die medikamentöse Behandlung sollte genau abgewogen werden und nur unter dem Umstand der absoluten Notwendigkeit verabreicht werden.
An ADHS erkranke Menschen müssen mit der neurologischen Störung leben. Sie können sie unter Kontrolle halten, werden aber immer mit der Diagnose umgehen müssen.
[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]
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