Junge Mütter - Wenn Kinder Kinder kriegen

Eine junge Mutter
Eine junge werdende Mutter - Foto: © Violetstar



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Frühe Mutterschaft

Ein Kind verändert - egal in welchem Alter man das Kind bekommt - immer das Leben der Eltern einschneidend. Bei Teenager - Müttern ist der Schnitt noch drastischer. (Wenn Teenies schwanger werden) Ein Kind zu bekommen und fast selbst noch ein Kind zu sein, ist für die Mütter vielleicht ein Schock oder auch gewollt. Obwohl nur 1,1 % der geborenen Kinder Mütter unter 18 Jahren haben, steigt die Rate immer weiter an. Vier von hundert Kindern haben Mütter unter 20 Jahren. Wo es in Entwicklungsländern als Segen gilt, sein Kind vor dem 18. Lebensjahr zu bekommen, ist in Deutschland der Weg steinig.

Selbstredend sagt das Alter der Mutter nichts über ihre Qualitäten als selbige aus. Vielmehr die Konsequenzen, welche die jungen Mütter zu tragen haben, sind heftiger. Ein Kind in sehr jungen Jahren zu bekommen, greift zweifelsohne stärker in das Leben einer jugendlichen Frau ein, als es der Fall bei einer Mutter Mitte Zwanzig ist. Sehr oft hängt der Schulabschluss oder die Ausbildung dadurch am seidenen Faden. Damit verbunden sind natürlich die Zukunftschancen für Mutter und Kind. Sie begeben sich zwangsläufig in eine Abhängigkeit, sei es nun von dem Jugend- oder Sozialamt, den Eltern oder dem Kindsvater. Die Vereinbarkeit von schulischer Laufbahn, Abschluss und Berufsausbildung oder Studium sind äußerst kompliziert und ohne Hilfe von außen kaum zu bewältigen. Erhalten die jungen Mütter Unterstützung durch die Familie und Freunde und leben sie in einer intakten Familie, muss der jungen Mutter nicht unbedingt der Weg in eine gute Zukunft für sich und ihr Kind durch eine frühe Mutterschaft verbaut sein. Dennoch leben gerade die frühen Mütter häufig als Alleinerziehende mit ihrem Kind. Eine Möglichkeit, die unbestritten schwierige Situation zu bewerkstelligen, sind Mutter - Kind - Heime. Sie helfen vielen jugendlichen Müttern, mit der Verantwortung umzugehen, einen Tag zu strukturieren, Finanzen zu verwalten und das Kind zu versorgen. Emotionale Reife kann man jedoch nicht schulen, sie kommt erst mit den Jahren und Erfahrungen, die die jungen Mütter selbst machen müssen. Leider sind die Plätze stark begrenzt und bieten nicht jeder Mutter, die diese Hilfe annehmen möchte, eine Chance, sie auch zu nutzen. Die Unreife der Mutter und ihre daraus resultierenden Probleme bei der Erziehung des Kindes, können für das ganze Leben des Kindes negative Folgen haben.

Die Gründe für die steigende Zahl der sehr frühen Mutterschaften sind unterschiedlicher Natur. Auffällig ist jedoch, dass besonders junge Frauen aus bildungsarmen und oftmals desolaten Familienverhältnissen sehr früh Mutter werden. Teils bekommen sie es von den eigenen Müttern oder Verwandten vorgelebt. Teils ist es auch nur der sehnliche Wunsch nach Geborgenheit und Liebe, die sich die Mädchen mit einem Kind erfüllen wollen. Auch nicht vernachlässigt werden darf der Teil, bei dem mangelnde Aufklärung der Teenager zu einer ungewollten Schwangerschaft führt. Viele junge Frauen entscheiden sich auch für einen Schwangerschaftsabbruch. Für diejenigen, die sich für das Kind entschieden haben, beginnt mit der Geburt ein harter aber lohnenswerter Kampf.

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Tipps für junge Mütter

Nicht nur emotional, sondern auch körperlich ist eine Schwangerschaft eine Belastung. Verantwortungsvoll mit dem eigenen Körper umzugehen, müssen viele Teenager - Mütter erst erlernen. Denn sie tragen nun für zwei Verantwortung. Die körperliche Reife ist die andere Seite. Häufiger als bei Schwangerschaften im Alter von Mitte Zwanzig bis Dreißig kommen die Babys bei Teenager - Schwangerschaften zu früh zur Welt oder haben ein zu geringes Geburtsgewicht.

Mütter, die bereits sehr früh ihr Kind zur Welt bringen, müssen sich häufig mit existentiellen Belastungen auseinandersetzen. Geplant war von vielen jungen Frauen, erst die Schule und die Ausbildung zu beenden. Ein Kind ja gern, aber erst den Abschluss. Wenn es dann doch anders kommt als man sich es gewünscht hat, beginnt auch das Bangen um die Finanzen. Auch junge Mütter bekommen Elterngeld und Kindergeld für sich und auch für ihr Kind. Sie haben, sofern sie keine Schülerin mehr sind, Anspruch auf Elternzeit. Schülerinnen hingegen, dürfen beim Schulamt eine Schulpflichtbefreiung beantragen. Weiterhin können sie Hilfen beim Jugendamt beantragen, wie Erstausstattung und Kinderwagen. Ab 16 und mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten hat die junge Mutter das Recht, sich eine eigene Wohnung zu mieten und kann dafür gegebenenfalls beim Wohnungsamt Wohngeld beantragen. Auch eine junge Mutter hat Anspruch auf Unterhaltszahlungen für das Kind durch den Kindesvater. Ist er dazu finanziell nicht in Lage, besteht die Möglichkeit beim Jugendamt einen Unterhaltsvorschuss zu beantragen.

Befindet sich die Mutter bereits in der Ausbildung, kann diese für die Elternzeit unterbrochen und später fortgesetzt werden. Für diese Fälle gibt es in Kindertagesstätten besondere Regelungen für Härtefälle, in denen schneller Krippenplätze zur Verfügung gestellt werden können. Die Kosten dafür könnten ganz oder teilweise durch das Jugendamt getragen werden. Schwieriger ist die rechtliche Lage beim Sorgerecht. Erst mit dem 18. Geburtstag der Mutter kann ihr das alleinige Sorgerecht übertragen werden. Bis dahin wird vom Jugendamt ein volljähriger Vormund für das Baby bestimmt.

Leider gehen viele besonders junge Mütter recht sorglos mit dieser Lebenssituation um. Quasi von heute auf morgen müssen sie von Pubertierenden zu Erwachsenen werden. Dabei gerät das Leben der Teenager schnell aus den Fugen und sie haben nicht ohne Grund das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Erst wenn das Kind da ist und ihnen die Konsequenzen für ihr Leben bewusst und veranschaulicht werden, erahnen die jungen Mütter, was ihnen noch bevorsteht. Nichts desto trotz lieben auch Teenager - Mütter ihre Kinder über alles und möchten sich meistens ihrer Verantwortung stellen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie dabei die Unterstützung - von welcher Seite auch immer - erhalten, die sie benötigen, um diese Veränderung in ihrem Leben und dem des Kindes zu bewältigen.
Text: C. D.

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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