Es ist der sehnlichste und manchmal auch geheimsten Wunsch vieler Frauen, irgendwann das eigene Baby im Arm zu halten und in seine wunderschönen Augen zu sehen. Doch was ist, wenn ein Paar sich diesen Wunsch erfüllen möchte und auch nach längerem Versuchen keine Schwangerschaft entstehen will. Frauen sehen es normalerweise als selbstverständlich an, auf Wunsch irgendwann schwanger zu werden und ein Kind auszutragen. Für die Frauen, die dabei Probleme haben, beginnt dann eine schwere Zeit. Der Verdacht, unfruchtbar zu sein, kommt auf.
Fachleute sprechen erst dann von Unfruchtbarkeit, wenn sich bei regelmäßigem und ungeschütztem Geschlechtsverkehr nach einem Jahr noch keine Schwangerschaft eingestellt hat. Manche Mediziner gehen sogar von zwei Jahren aus. Es ist nur ein schwacher Trost, dass bei ungefähr jedem sechsten Paar Hindernisse auftreten, ein Kind zu zeugen und damit die Problematik häufiger vorkommt, als man denkt. Sowohl der Mann als auch die Frau oder gar beide können dafür verantwortlich sein. Um das Thema anzugehen, sollte auf jeden Fall ein spezieller Facharzt konsultiert werden. Frauenärzte überweisen ihre Patienten an diese, wenn ihre Möglichkeiten erschöpft sind. Konnte die Ursache beim Mann ausgeschlossen werden, ist es wahrscheinlich, dass sie bei der Frau liegt.
Und die Ursachen für eine Unfruchtbarkeit der Frau sind vielseitig. Oft liegen die Probleme ineiner Folikelreifungsstörung oder bei Ovulationskomplikationen. Hormonelle Störungen, eine Endometriose, wie auch sexuell übertragbare Krankheiten wie Gonorrhoe oder Chlamydien können genauso gut Ausgangspunkt für einen unerfüllten Kinderwunsch sein, wie undurchlässige Eileiter. Genetische Defekte sind eine weitere Möglichkeit für eine Unfruchtbarkeit. Geht der gewünschten Schwangerschaft eine Behandlung durch eine Strahlen- oder Chemotherapie voraus, kann auch dies Schädigungen verursachen, die eine Schwangerschaft verhindern. Mit zunehmendem Alter nimmt außerdem die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden, ab. Auch Faktoren wie Rauchen, Drogen und Alkohol, sowie Über- oder Untergewicht und zu viel Stress haben mitunter Einfluss und können zur Unfruchtbarkeit führen.
Um das Problem zu diagnostizieren und eventuell zu behandeln, bedarf es einiger Tests, die notwendig werden. So wird der Arzt zunächst eine einfache Zyklusanamnese aufstellen. Dabei werden über einige Monate alle Begleiterscheinungen des Zyklus dokumentiert. Weiterhin werden die Hormonwerte näher untersucht. Neben einer einfachen vaginalen
Ultraschalluntersuchung und einer Tastuntersuchung, besteht auch die Möglichkeit eine Gebärmutterspiegelung durchzuführen, um eventuelle Myome, Polypen oder Verklebungen ausschließen zu können. Wenn es nicht anders möglich ist, wird der Arzt eine Bauchspiegelung durchführen, um eine genaue Diagnose stellen zu können. Auch eine Sonographie mit einem zusätzlichen Kontrastmittel hilft dem Mediziner, der Ursache einer Unfruchtbarkeit auf den Grund zu gehen.
Konnte näher eingegrenzt werden, was der Ausgangspunkt für die Unfruchtbarkeit der Frau vorausgeht, dann besteht unter Umständen auch die Chance, dagegen etwas zu unternehmen und eine Behandlung anzugehen. Durch Hormone könnte ein Eisprung provoziert werden. Mit Hilfe chirurgischer Maßnahmen können blockierte Eileiter wieder durchgängig gemacht werden, oder eine Endometriose operiert werden. Eine künstliche Insemination erhöht die Chance, schwanger zu werden. Dabei wird das aufbereitete Sperma des Wunschvaters in den Gebärmutterhals platziert. Bringt dies keinen Erfolg, raten Mediziner häufig zu einer IVF - einer In vitro Fertilisation. Dabei wird durch Hormone bei der Frau eine Hyperovulation, also ein Heranreifen mehrerer Eizellen, ausgelöst. Diese reifen Eizellen werden der Frau operativ entnommen, werden befruchtet und maximal vier davon wieder in die Gebärmutter eingesetzt. Dies kann mitunter auch erst durch eine Eizellenspende einer anderen Frau ermöglicht werden. In Deutschland verboten, aber zum Beispiel in Großbritannien erlaubt, ist die Variante, das Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen.
Jede Frau wird lange und gründlich alle Möglichkeiten einer Behandlung abwägen und sich entscheiden, ob sie diese und den damit verbundenen Stress und die Belastungen wirklich möchte. Kommt eine IVF zum Beispiel für eine Frau nicht in Frage, könnte eine Adoption eine weitere Option sein. Glücklicherweise ist die Medizin heute sehr viel weiter als noch vor einigen Jahren, und dennoch wird sich für einige Frauen der Wunsch ein Kind auszutragen, nie erfüllen.
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