Scheinschwangerschaft - Doch nicht schwanger?

Eine Frau im Gespräch mit ihrem Frauenarzt
Die Diagnose Scheinschwangerschaft ist oft ein Schock
Foto: © endostock


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Die 31-jährige Verona wünscht sich schon lange ein Kind. Jetzt scheint es endlich geklappt zu haben. Ihre Menstruation ist seit fast drei Wochen überfällig, die Brüste spannen und jeder Tag beginnt mit der für eine Frühschwangerschaft so typischen Übelkeit. Doch als der Frauenarzt mittels Ultraschall die Schwangerschaft feststellen will, kommt der große Schock: Verona ist gar nicht schwanger.

Ursachen für eine Scheinschwangerschaft

Bei einer Scheinschwangerschaft handelt es sich um eine durch die Psyche hervorgerufene Veränderung im weiblichen Hormonhaushalt, welche zu den charakteristischen Schwangerschaftssymptomen führen kann. Häufig steht der sehnlichste Wunsch nach einem Kind, aber manchmal auch die Angst vor einer Schwangerschaft in unmittelbarer Verbindung zu den spürbaren Symptomen der betroffenen Frauen. Früher, als es die modernen Diagnostikverfahren noch nicht gab, kamen Scheinschwangerschaften deutlich häufiger vor als heute. Manche Frauen verspürten sogar Kindsbewegungen und im späteren Stadium wehenähnliche Symptome. Der Bauch rundete sich und hin und wieder berichteten die Frauen auch von Kolostrum, welches aus ihren Brüsten austrat. Heute werden Scheinschwangerschaften dank Ultraschall viel eher entdeckt. Mit der Diagnose kommt erstmal der Schock und die Betroffenen müssen sich der harten Wahrheit stellen, dass sie nun leider doch kein Baby erwarten. Die Schwangerschaftssymptome verschwinden dann sehr schnell und zurück bleiben Enttäuschung und eine tiefe Traurigkeit.

Diagnose Scheinschwagerschaft - fast immer ein Schock

Dass Körper und Psyche untrennbar miteinander verbunden sind, zeigen viele psychosomatische Störungen. Scheinschwangerschaften sind ein weiterer Beleg für dieses Zusammenspiel. Auf das, was die Seele sich so sehr wünscht, reagiert der Körper hier mit den entsprechenden Symptomen. Anders als bei einer vorgetäuschten Schwangerschaft, bei der die Frau genau weiß, dass sie kein Kind erwartet, sind scheinschwangere Frauen ganz fest davon überzeugt ein heranwachsendes Baby unter ihrem Herzen zu tragen. Um so unfassbarer ist dann für sie die Diagnose, wenn der Frauenarzt feststellt, dass kein neues Leben heranwächst. Sehr schwierig für die betroffenen Frauen ist auch die Zeit danach: sie müssen all ihren Freunden und Bekannten sowie der Familie mitteilen, dass kein Nachwuchs zu erwarten ist. An dieser Stelle wäre es wünschenswert, wenn Frauenärzte und Psychologen eng miteinander zusammenarbeiten, um den Patientinnen hier Unterstützung und Hilfe anzubieten.

Auch der Partner ist betroffen

Eine Scheinschwangerschaft hat Auswirkungen auf die ganze Familie. Denn nicht nur die scheinbar Schwangere freut sich auf den baldigen Nachwuchs, sondern auch der Partner ist aufgeregt und schmiedet Pläne für die Zukunft. Nicht selten ist er von der Diagnose "Scheinschwangerschaft" genauso betroffen wie die Frau selbst. In einer intakten Partnerschaft sollte Raum für all die aufkommenden Gefühle sein, welche das Paar nun bewegen. Keinesfalls ist es hilfreich, die Frau als Lügnerin abzustempeln und ihr Vorwürfe zu machen, dass all ihre Symptome nur ein Hirngespinst waren. Denn ihr Körper machte in dieser Phase in der Tat eine hormonelle Umstellung durch - jedoch allein durch die Psyche hervorgerufen, und nicht durch eine reale Schwangerschaft.

Behandlung der Scheinschwangerschaft

Nachdem der Arzt festgestellt hat, dass keine Schwangerschaft vorliegt, bilden sich die typischen Symptome meist recht schnell von allein wieder zurück. Manchmal kann es jedoch sein, dass die betroffene Frau eine Hormonbehandlung braucht, damit ihr Körper wieder sein Gleichgewicht findet. Scheinschwangeren Frauen ist in jedem Fall eine psychologische Beratung zu empfehlen, da sie unter einem enormen psychischen Druck stehen. Ihre Psyche hat so stark auf den Körper eingewirkt, dass sich ihr gesamter Hormonhaushalt verändert hat. Häufigste Ursache dafür ist ein unerfüllter Kinderwunsch. Eine Beratung - auch in Richtung der verschiedensten Möglichkeiten zum Wunschkind - kann hier sehr hilfreich sein und die Frau emotional entlasten.
Text: K. L. / Stand: 21.02.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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