Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft

Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft
Eine Fussmassage kann bei Muskelkrämpfen
in der Schwangerschaft helfen - Foto: © Anyka


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Fast jede werdende Mutter kennt das unangenehme Gefühl, nachts von sich spontan verhärtenden, schmerzenden Muskeln geweckt zu werden. Vorzugsweise die Waden sind betroffen, Krämpfe im Unterschenkel stören gerade im letzten Schwangerschaftsdrittel empfindlich den Schlaf der Schwangeren. Woher kommt das bloß? Kann man vorbeugen? Wie wird man das Problem schnell wieder los?

Ursachen für die Muskelkrämpfe

Grund für die Muskelkrämpfe sind Durchblutungsstörungen. Bei Menschen, deren Mineralstoffhaushalt unterversorgt ist (auch Leistungssportler, besonders Schwimmer, sind oft betroffen!), kommt es schneller zu solchen Störungen im nachts entspannten Muskel. Die Fasern werden nur unzureichend durchblutet und reagieren auf diesen Notzustand mit überaus schmerzhaften Kontraktionen. Speziell ein Magnesiummangel wird durch Wadenkrämpfe deutlich angezeigt, schließlich ist das Magnesium für das Zusammenspiel zwischen Nerv und Muskel verantwortlich. Gefährlicherweise kann eine unzureichende Magnesiumzufuhr auch für Gebärmutterkrämpfe, also für vorzeitige Wehen sorgen. Bereits die ersten kleinen Krämpfe sollten also als Warnruf des Körpers verstanden und entsprechend ernst genommen werden.

Was tun bei Muskelkrämpfen in der Schwangerschaft?

Wenns in der Wade, im Oberschenkel, den Füßen oder im Gesäß zwickt, sollte man als Sofortmaßnahme die betroffene Körperpartie kräftig durchkneten, auch wenn dies im ersten Moment sehr schmerzhaft erscheint. Eine Wärmeflasche oder ein Heizkissen unterstützen die Entkrampfung und weiten die Blutgefäße, die Zirkulation wird wieder angeregt. Besonders Wadenkrämpfe lösen sich schneller, wenn man die Füße gegen das Bettende stemmt und die Zehenspitzen nach oben zieht. Festes Auftreten und ein kräftiger Druck der Fußsohlen gegen den Boden verschaffen ebenfalls Linderung.

Wie kann man vorbeugen?

Damit sich die ruhestörenden Plagegeister gar nicht erst einstellen, kann man vorbeugend einiges unternehmen. Die Beine sollten so oft wie möglich hochgelegt werden, bestenfalls länger als 30 Minuten. Wechselwarmes Duschen regt die Blutzirkulation an und hilft zudem, geschwollene Knöchel zu vermeiden. Hohe Absätze sollten in der Schwangerschaft tabu sein, da sie die Wadenmuskeln verkürzen und so das Gefahrenpotential deutlich erhöhen. Regelmäßiges Barfuß-Gehen, ein paar Dehnübungen vor dem Schlafen und eine entspannende Fuß- und Beinmassage sorgen für zusätzliches Wohlbefinden und wirken der Krampfbildung entgegen.

Nahrungsergänzung hilft

Viele Lebensmittel sind gute Magnesium- und Mineralstofflieferanten. Nüsse aller Art, Kürbiskerne, Sesam, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte, Geflügel, Fisch, Avocados, Bananen und Trockenobst führen dem Körper ganz unkompliziert die wichtigen Stoffe zu. Kalzium und Kalium sind ebenfalls wichtige Elemente, deren Bedarfsmengen man durch den Verzehr von Spinat, Mangold, Pflaumen, Fenchel, Grünkohl, Kefir, Milch und gutem Mineralwasser perfekt abdecken kann. Wer trotz ausgewogener Ernährung unter Krämpfen leidet, kann auch auf Nahrungsergänzungsmittel wie entsprechende Brause- oder Lutschtabletten bzw. Kapseln zurückgreifen. Diese sind jedoch nicht geeignet, als alleinige Versorgungsquelle zu dienen.
Text: C. E. / Stand: 16.02.2017

[Bitte beachten Sie: Unsere Artikel können nicht den Rat eines Arztes ersetzen. Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte immer an einen Arzt Ihres Vertrauens!]

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