Die Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität)

Was ist eine Eileiterschwangerschaft?
Eine Eileiterschwangerschaft ist eine ernste Angelegenheit. Sie birgt große Risiken für die betroffene Frau, die gewollt oder auch ungewollt schwanger wurde, sollte sie nicht rechtzeitig
Eileiterschwangerschaft - Ultraschalluntersuchung einer Frau
Eine Eileiterschwangerschaft kann mittels Ultraschall
festgestellt werden - Foto: © Stefan Merkle
diagnostiziert werden. Bei einer Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität) nistete sich die befruchtete Eizelle, die Zygote, nicht wie vorgesehen in der Gebärmutter ein, sondern im Eileiter. Mediziner sprechen daher von einer Extrauteringravität (Extra = außerhalb, unterin = die Gebärmutter betreffend, Gravität = Schwangerschaft). Bei einer normalen Schwangerschaft wird die Eizelle im Eileiter befruchtet und wandert danach in die Gebärmutter. Wird die Passage der Zygote im Eileiter behindert, nistet sie sich daraufhin dort ein.

Wie kommt es zu einer Eileiterschwangerschaft?
Nach der Befruchtung wandert die befruchtete Eizelle mehrere Tage durch den Eileiter in die Gebärmutter, um sich dort einzunisten. Währenddessen entwickelt sich die Zygote zu einem Embryo. Gelangt dieser nicht bis in die Gebärmutter und nistet sich in der Schleimhaut des Eileiters ein, besteht eine Eileiterschwangerschaft. Sie ist durch einen Schwangerschaftstest ebenso nachweisbar, wie eine ganz normale Schwangerschaft. Die Gründe für die fehlgeschlagene Passage durch den Eileiter können Narbengewebe durch vorangegangene Operationen, Verwachsungen im Bauch oder eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut sein. Aber auch Entzündungen durch Genitalinfektionen, bei denen die Bakterien bis in den Eileiter vordringen konnten und gegebenenfalls auch Narbengewebe verursacht haben, sind eine mögliche Ursache. Ebenso können eine missglückte Sterilisation oder eine In-Vitro-Fertilisation dafür verantwortlich sein. Experten zählen weiterhin bestimmte Sorten von Spiralen oder schlicht weg angeborene Probleme zum Ursachenportfolio.

Symptome einer Eileiterschwangerschaft
Häufig klagen die betroffenen Frauen über unregelmäßige leichte Schmierblutungen bis hin menstruationsähnlichen Blutungen. Hinzu kommen Bauchschmerzen über einen langen
Zeitraum, bis hin zu einigen Wochen. Diese treten unter Umständen auch nur einseitig auf. Später kommt noch eine erhöhte Temperatur bis 38°C hinzu. Da die Symptome gegebenenfalls recht undifferenziert auftreten, sind sich viele Frauen gar nicht im Klaren darüber, welche Diagnose zutreffend sein könnte.

Wie erfolgt die Diagnose?
Mit einem Schwangerschaftstest kann der hCG-Wert (Schwangerschaftshormon) bestimmt werden und damit auch eine Eileiterschwangerschaft diagnostiziert werden. Auffällige Symptome zeigen sich aber häufig erst nach ein paar Wochen. Vorher könnte ein Arzt den Embryo auch ganz normal innerhalb der Gebärmutter nicht durch eine Ultraschalluntersuchung sehen. In der ersten Zeit ist ein Ertasten der Eileiterschwangerschaft durch den Gynäkologen noch nicht möglich. Erst nach drei bis fünf Wochen besteht für einen sicheren Ultraschallbefund eine reelle Chance.

Was ist eine Eileiterruptur?
Je nach Zeitpunkt der Diagnose wird entsprechend verfahren. Dadurch es vom Körper nicht vorgesehen ist, dass im Eileiter ein Embryo heranwächst, wird dieser vor Ort auch nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Häufig kommt es zu einem Tubarabort, das bedeutet einem spontanen Abbruch der Schwangerschaft durch den Körper selbst. Der Embryo stirbt ab und wird bei der nächsten Regelblutung ausgeschieden. Erfolgt kein natürlicher Abbruch durch den Körper selbst, wird ein Gynäkologe medikamentös versuchen, die Eileiterschwangerschaft zu beenden. Ist diese allerdings zu weit fortgeschritten, bleibt nur noch der Weg eines operativen Eingriffs. Bei einem komplikationsfreien Verlauf ist es realisierbar, die Funktion des Eileiters zu erhalten. Erkennen die Chirurgen, dass eine erneute Eileiterschwangerschaft zu erwarten ist, durchtrennen sie den Eileiter und veröden die beiden Enden. Damit verliert der Eileiter seine Funktionstüchtigkeit.
Wird die Eileiterschwangerschaft nicht rechtzeitig diagnostiziert und der Embryo wächst weiter, kann der Eileiter im schlimmsten Fall reißen. Fachleute sprechen dabei von einer Eileiterruptur. Sie ist eine schwerwiegende Komplikation und kann lebensbedrohlich für die Schwangere werden. In einem solchen Verlauf kommt es zu einer intensiven Blutung in die Bauchhöhle. Schock oder auch ein komplettes Kreislaufversagen sind mögliche Folgen. Eine Eileiterruptur
erfolgt normalerweise nicht vor Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats. Eine sofortige Notoperation ist in diesem Ernstfall lebensrettend. Dabei steht das Überleben der Frau im Vordergrund. Anders als bei einer geplanten OP können die Chirurgen nur selten Rücksicht auf den Erhalt des Eileiters legen. Infolgedessen erleiden die betroffenen Frauen meist einen vollständigen Verlust der Funktionsfähigkeit des Eileiters.

Folgen einer Tubargravidität
Da die Ursachen bei Eileiterschwangerschaften meist beidseitig auftreten, sind viele Frauen nach einer Eileiterschwangerschaft unfruchtbar oder zumindest stark eingeschränkt fruchtbar. Das Risiko nach einer Eileiterschwangerschaft wieder eine Extrauterine Schwangerschaft zu haben, steigt dramatisch an. Diese Ungewissheit oder gar die Unfruchtbarkeit sind eine schwere Belastung für die Betroffenen Frauen. Sie leiden nicht selten an psychischen Problemen durch diese dramatische Erfahrung. Im schlimmsten Fall müssen sie mit der Gewissheit leben, kein Kind mehr zur Welt bringen zu können.

Ab wann darf eine Frau wieder schwanger werden?
Nach dem Beenden einer Eileiterschwangerschaft raten Mediziner, eine dreimonatige Pause einzulegen. Wurde sie medikamentös abgebrochen, ist sogar ein halbes Jahr Sicherheitspause angebracht.
Text: C. D.

[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]

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