In der ersten Zeit nach der Geburt eines Kindes steht den jungen Müttern meist nicht der Sinn nach Sexualität. Das Baby fordert Tag und Nacht Aufmerksamkeit und eventuelle Geburtswunden bereiten Schmerzen und müssen noch heilen. Doch irgendwann erwacht dann wieder die Lust am anderen Geschlecht. Spätestens jetzt ist die Zeit gekommen um sich über geeignete Verhütungsmittel Gedanken zu machen.
Stillende Frauen sind oft der Meinung, dass sie allein durch die Ernährung ihres Babys mit Muttermilch vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt sind. In gewisser Weise schützt regelmäßiges Stillen tatsächlich vor einer Empfängnis, jedoch dürfen keine größeren Stillpausen (auch keine einmaligen) entstehen und die Frau darf ihre Periode noch nicht wieder haben. Aus diesen Gründen ist das Stillen als keine sichere Verhütungsmethode anzusehen. Stillende Mütter sollten besser auf andere Möglichkeiten ausweichen. Eine Schwangerschaftsverhütung mit einem Kondom oder mit der Minipille sind denkbar und auch für das gestillte Baby ohne Nebenwirkungen. Die Minipille enthält kein Östrogen, sondern nur Gestagen und kann daher auch von stillenden Müttern eingenommen werden. Allerdings verhütet sie eine Schwangerschaft nicht ganz so zuverlässig wie die herkömmliche Pille. Manche Mütter können oder wollen ihr Baby nicht stillen. Ist dies bei Ihnen der Fall, so können Sie sich in Absprache mit Ihrem Frauenarzt auch die normale Anti-Baby-Pille verschreiben lassen.
Viele Paare verhüten nach der Geburt ihres Kindes mit dem Kondom. Es ist einfach in der Anwendung, preiswert und bietet Ihnen zuverlässigen Schutz vor einer erneuten
Schwangerschaft. Wenn Sie keinen festen Partner haben, so können Sie sich mit dem Kondom zudem vor Geschlechtskrankheiten und vor AIDS schützen.
Manche Frauen wollen nach der Entbindung keine hormonellen Verhütungsmethoden mehr anwenden und möchten die Methode der natürlichen Familienplanung praktizieren. Da der Zyklus nach einer Geburt aber unregelmäßig ist, lässt sich die Zeit der fruchtbaren Tage kaum feststellen. Die Beobachtung des Zervixschleimes bietet daher in den ersten Monaten nach der Geburt auch noch keine zuverlässige Alternative. Die natürliche Familienplanung ist daher erst dann geeignet, wenn die Frau wieder einen regelmäßigen Zyklus hat. Zudem bietet sie keinen so sicheren Schutz vor einer erneuten Empfängnis wie die Pille oder das Kondom - daher ist diese Methode eher für Frauen geeignet, die sich vorstellen könnten, erneut schwanger zu werden.
Eine weitere Möglichkeit der Empfängnisverhütung nach der Geburt findet sich mit der Spirale. Verläuft die Geburt normal, so können Sie sich von Ihrem Gynäkologen etwa 6-8 Wochen nach der Geburt die Spirale einsetzen lassen. Haben Sie allerdings Ihr Baby mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht, so können Sie erst einige Wochen später auf diese Methode zurückgreifen.
Ein vertrauensvolles Gespräch mit Ihrem Frauenarzt bietet Ihnen die Möglichkeit, sich umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten der Empfängnisverhütung nach der Geburt zu informieren und die für Sie und Ihren Partner passende Verhütungsmethode zu finden. Das Thema Empfängnisverhütung sollten Sie auch in der ersten stressigen Zeit mit dem Baby sehr ernst nehmen, denn Ihr Körper und auch Ihre Psyche brauchen Zeit, um sich von der Schwangerschaft und den Strapazen der Geburt zu erholen. Zwei schnell aufeinander folgende Schwangerschaften könnten zu Komplikationen führen und Sie und Ihre Familie überlasten.
[Bei Fragen wenden Sie sich bitte an einen Arzt Ihres Vertrauens! Wir geben hier nur allgemeine Hinweise!]
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