Hallo tonter,
es liest sich schön:.."ich liebe diese Katastrophe immer noch.." Und trotzdem geht es wohl in dieser Angelegenheit weniger darum, ob du sie liebst, sondern ob sie das einerseits tut und andererseits ob, wenn sie das tut, die Konsequenzen, die andere daraus ziehen (nämlich wieder nach Hause zu kommen) auch befolgen möchte,..und das nicht nur aus Geldnot! Ein fremdes Kind in eine Familie aufzunehmen, in der das Verhältnis zwischen Mama und Papa geklärt zu sein scheint ("Liebe"!), bedeutet wohlmöglich den Schritt von Deiner Seite aus, die Kränkung, dass es nicht von Dir ist, zu überwinden. Wenn das geschafft ist, ist die Erklärung dem Sechsjährigen gegenüber vielleicht nicht so schwer. Aber bis das zwischen Euch so klar ist, dürfte der Junge mindestens ein Jahr älter sein. Vielleicht wäre es für den Jungen leichter, wenn Du aktiv eine klare Situation schaffst: Mama kommt in der nächsten Zeit nicht mehr, sie ist auf Reisen. Wir sind doch inzwischen schon ein gutes Team. Wenn sie dann irgendwann wieder kommt, können wir ihr zeigen, wie toll wir zusammen kochen, spielen, den Alltag organisieren etc., etc....
Klare Zuständigkeiten: Papa ist jetzt ganz für mich da, ich darf traurig sein, dass Mama nicht kommt, das Haus brennt nicht ab, ich bin nicht allein...das denke ich, ist jetzt das Wichtigste. Und die Kränkung, Verletzung des Verlassenen, nämlich Deine, solltest du wirklich mit Professionellen besprechen und nicht auf den Jungen übertragen. Er nimmt das, was sein Überleben sichert, und das ist gut so.
Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du Verständnis für Deinen Sohn aufbringen und zwischen Dir und ihm trennen kannst!!