Den Partner fürs Leben kann und darf man sich Gott sei Dank selbst aussuchen, die Schwiegereltern bekommt man allerdings dazu "geschenkt". Manche behaupten, sehr gut mit ihnen auszukommen, gemeinsam viel zu unternehmen, zusammen in den Urlaub zu fahren oder gar gemeinsam in einem Haushalt zu leben. Doch mindestens genau so viele berichten über die "Problemzone Schwiegereltern". Allein das Wort "Schwiegereltern" löst in manchen negative Assoziationen aus. Warum ist das Miteinander oft so schwierig und wie kann die Beziehung harmonisch verlaufen?
Gemeinsamer Haushalt vor allem finanziell von Vorteil
Es gibt kaum Elternteile, die es sich nicht wünschen würden, dass die Kinder ein Leben lang in deren Nest hocken bleiben und sich im Alter um sie kümmern. Ob das Zusammenleben im gemeinsamen Haushalt aber wirklich ein Vorteil ist oder Streit und Generationskonflikte vorprogrammiert sind, ist ein umstrittenes Thema.
Aus finanzieller Sicht bedeutet es garantiert eine große Kostenersparnis, gemeinsam mit den Eltern in einem Haushalt zu leben. Eine eigene Wohnung oder gar ein eigenes Haus sind mit weit größeren Ausgaben verbunden. Ob diese Ersparnis jedoch auch bei der Entscheidung über ein eventuell eigenständiges Leben überwiegt, wird am besten gemeinsam mit dem Partner entschieden. Nur wenn sich beide über die künftige Wohnsituation einig sind, kann der Beginn für ein zufriedenes Leben miteinander geschaffen werden.
Kampf der Generationen
Großfamilien sind im deutschsprachigen Raum kaum mehr zu finden. Es gibt so viele Kleinsthaushalte wie nie zuvor (und das nicht nur aufgrund der vielen Singles). Wo unterschiedliche Generationen miteinander leben, ist auf die Wünsche und Bedürfnisse des anderen Rücksicht zu nehmen, was sich oft als schwierig gestaltet.
Eltern meinen es meist nur allzu gut, wenn sie uns von ihren Erfahrungen berichten und uns oft recht unsanft auf unsere Fehler hinweisen. Ein großer Streitpunkt dabei ist vor allem die Kindererziehung. Sie wollen nur das Beste für die Kinder und Enkelkinder. Dass sie dabei mit ihrer belehrenden und oft auch aufdringlich empfundenen Art auf Missmut stoßen und immer alles besser zu wissen scheinen, können ihre Kinder meist wiederum schwer akzeptieren.
Eltern wollen natürlich häufig vermeiden, dass ihr Nachwuchs die gleichen Fehler macht, die sie selber mal gemacht haben. Doch aus Fehlern lernt man am besten. Häufig neigen Großeltern auch dazu, die Enkel gegen den Willen der Eltern zu verwöhnen. Doch Streitigkeiten sollten keinesfalls auf Kosten der Kinder ausgetragen werden. Diese sollen lernen, dass das, was bei Oma und Opa erlaubt ist, zuhause vielleicht nicht gemacht werden darf. Für die Entwicklung eines Kindes ist zudem der Umgang mit verschiedenen Generationen sehr wichtig.
Akzeptanz und Kompromissbereitschaft
Sollte man sich für einen gemeinsamen Haushalt mit den Schwiegereltern entscheiden, muss es für jedermann geeignete Rückzugsmöglichkeiten geben. Zudem ist es bestimmt von Vorteil, sich schon im Vorfeld Privatsphären zu schaffen, die für die jeweils andere Generation tabu sind.
Tipps, damit man gut mit seinen Schwiegereltern auskommt bzw. diese auch mit ihnen, sind das sachliche Mitteilen und Aufzeigen von Grenzen, Verständnis für das andere Verhalten, klare Absprachen, die Bereitschaft, Kompromisse einzugehen und das Vermeiden von Frontalangriffen. Damit man nicht zwischen die Fronten gerät, ist es vor allem wichtig, mit dem Partner zusammen zu halten und sich untereinander einig zu sein. Nur gemeinsam ist man stark!
Sind wir egoistisch, wenn wir uns ein eigenes Reich schaffen und uns nicht ins gemachte Nest hocken wollen? Kaum, denn man ist erwachsen und es ist an der Zeit, sich endgültig von der Nabelschnur zu trennen und ein selbstständiges Leben zu führen.
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