Kinder im Familienrat

Tipps für die Familienkonferenz

Gemeinsam als glückliche Familie den Alltag und die freie Zeit miteinander zu verbringen - das wünschen sich wohl die meisten.

Doch immer dann, wenn mehrere Menschen zusammenleben, kann es zu Meinungsverschiedenheiten, Konflikten und vielen offenen Fragen kommen. Ein geregeltes Miteinander ist gar nicht so einfach und vielfach enden Diskussionen im Streit. Damit es gar nicht erst soweit kommt, kann es sinnvoll sein, einen Familienrat zu halten. Der Familienrat ist nichts anderes als ein Zusammentreffen aller in der Familie lebenden Personen. Diese Treffen sollten regelmäßig stattfinden, wobei es wichtig ist, dass vereinbarte Regeln unbedingt eingehalten werden.

Im Familienrat wird jeder mit seinem Anliegen angehört - unabhängig von seinem Alter oder der Stellung in der Familie. Natürlich gilt das auch für Kinder. Der Nachwuchs darf genauso seine Fragen, Wünsche oder Probleme ansprechen wie alle anderen auch. Doch wie viel Mitspracherecht wird den Kleinen gewährt? Und welche Entscheidungen dürfen sie mittragen?

Bei welchen Fragen sollten Kinder im Familienrat mitentscheiden dürfen?

Ganz einfach gesagt geht es beim Familienrat darum, dass für anstehende Probleme Lösungen gefunden werden. Gemeinsam werden dazu Ansätze erarbeitet und dabei natürlich auch die Meinung der Kinder berücksichtigt.

In den meisten Familien kommen immer wieder Fragen zum Aufräumen, zur Mithilfe im Haushalt oder zur Freizeitgestaltung auf. Vielleicht fühlt sich das ältere Kind benachteiligt, weil es immer allein den Müll raus tragen muss oder der Kleine versteht nicht, dass er jeden Tag sein Zimmer aufräumen muss - obwohl er doch gerade erst die Ritterburg aufgebaut hat. Das eine Kind will im Urlaub schwimmen gehen, das andere unbedingt beim Geocaching einen Schatz aufspüren. Am Wochenende wollen die Eltern Oma und Opa einen Besuch abstatten - doch den Nachwuchs zieht es ins Freizeitbad. Alle Interessen unter einen Hut zu bekommen ist sicher nicht immer einfach. Doch wer im Familienrat offen darüber spricht, der wird erstaunt sein, welche Kompromisse möglich sind.

Wie bereits weiter oben erwähnt, betrifft eine wichtige Regel im Familienrat die Gleichberechtigung. Kindern sollte daher soviel Mitspracherecht wie nur irgend möglich eingeräumt werden. Schauen wir uns noch einmal die Wochenend-Situation an. Im Familienrat könnte beispielsweise eine Lösung erarbeitet werden, mit der alle Beteiligten leben können. So kann die Familie etwa am Vormittag das Freizeitbad besuchen und am Nachmittag bei den Großeltern vorbeischauen. Vielleicht kommt man aber auch zu dem Ergebnis, Opa und Oma mit ins Bad zu nehmen? Oder an dem einen Wochenende den Familienbesuch abzuhalten und die Woche darauf die Bade-Plantsch-und-Schwimm-Aktion zu starten.

Kinder können die Familienkonferenz auch leiten

Kinder im Schulalter sind nicht nur einfache Teilnehmer der Familienkonferenz - sie können diese sogar schon leiten! Ohne Leitung keine Familienkonferenz, denn wenn niemand da ist, der dem Treffen Struktur gibt, ist die Gefahr groß, dass die Zusammenkunft im Chaos endet. Die Leitung sollte wöchentlich wechseln und jeder, der dazu in der Lage ist, darf diesen Posten innehaben. Vielleicht braucht das Kind anfangs für diesen "Job" noch etwas Anleitung, aber schon bald wird es diese Aufgabe souverän managen.

Welche Fragen kann man im Familienrat klären?

  • Urlaub - Wohin soll die Reise gehen?, Was möchte man dort erleben?
  • Umzug - Wie soll die nächste Wohnung aussehen?, In welcher Stadt / In welchem Stadtbezirk soll die Wohnung sein?
  • Haushalt - Wer übernimmt welche Arbeiten im Haushalt?
  • Finanzen - Wo kann man noch sparen?, Wieviel Geld kann man für das neue Auto ausgeben?

Je mehr Mitsprachrecht ein Kind im Familienrat hat und somit in die aktuelle Familiensituation einbezogen wird, desto mehr fühlt es sich angenommen und akzeptiert. Es wird eher bereit sein, Kompromisse zu schließen, denn es spürt, dass niemand in der Familie zu kurz kommt. Ganz nebenbei lernt es wichtige Kommunikationsregeln - beste Voraussetzungen für das weitere Leben.
Text: K. L. / Stand: 21.02.2017

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