Tipps zum Pilze sammeln

Pilze sammeln - ein Erlebnis für Kinder und Erwachsene

Champignons aus der Dose kennt jeder. Pfifferlinge vom Marktstand vielleicht auch.

Doch die wenigsten Kinder wissen heutzutage überhaupt noch, wo Pilze in ihrer natürlichen Umgebung wachsen. Wer sich selbst für die Natur und die heimischen Schätze, die diese für uns bereit hält, interessiert, der hat mit Sicherheit Spaß daran, mit seinem Nachwuchs zusammen Pilze zu sammeln. Wenn sich so langsam das Körbchen mit Steinpilzen, Maronen, Butterpilzen und Hallimasch füllt, dann schlägt das Herz eines jeden Pilzfreundes höher.
Tipps für den Waldspaziergang

Die beste Zeit zum Pilze sammeln

Gemeinsam in den Wald zu gehen und Pilze zu suchen macht Spaß und kann sehr entspannend sein. Doch wann ist die beste Zeit dafür, sich auf die Socken zu machen? Nun, wer am Ende seiner Tour auch wirklich ein gefülltes Körbchen mit nach Hause bringen möchte, der sollte dann in die Pilze gehen, wenn es draußen weder zu nass noch zu trocken ist. Nach 2 Wochen ohne Regen ist mit wenigen "Fangerfolgen" zu rechnen - genauso ungünstig ist auch eine zu nasse Witterung, da hier die Pilze schnell matschig und oftmals auch sehr wurmig sind. Pilze wachsen fast das ganze Jahr über. Im Spätsommer und Herbst jedoch sind Birkenpilze, Steinpilze, Butterpilze und Waldchampignons meist in großen Mengen zu finden. Am Wochenende werden die heimischen Wälder regelmäßig von großen und kleinen Pilzsammlern bevölkert. Wer am frühen Morgen seine Tour startet, der wird mit Sicherheit mehr Erfolg haben als derjenige, welcher erst gegen Nachmittag mit seinem Körbchen in den Wald zieht.

Messer, Körbchen, Pilzbuch, passende Kleidung und viel Geduld

Was braucht man eigentlich alles, wenn man mit seinen Kindern Pilze sammeln möchte? Zuallererst muss die Kleidung stimmen. "Räuberklamotten" sind genau das richtige, wenn es in den Wald geht. Eine lange Hose und ein langärmeliges Shirt schützen vor Zecken genauso wie vor Kratzern von Brombeerbüschen. Unabdingbar: festes Schuhwerk. Im Wald geht es über Stock und Stein und schnell kann es passieren, dass man mit unpassenden Schuhen umknickt, weil eine Wurzel im Weg lag. Zudem sind manche Waldgebiete recht feucht und morastisch - mit Sandalen würde man also schnell nasse Füße bekommen.

Zur eigentlichen Ausrüstung eines Pilzsammlers gehören ein Körbchen aus Sperrholz oder Weide und ein Pilzmesser. Pilze sollten niemals in der Plastiktüte gesammelt werden, da hier die Luftzirkulation fehlt und sie sehr schnell verderben können. Als Messer reicht ein einfaches kleines Küchenmesser völlig aus. Sind die Kinder noch kleiner, dann kann ein Klappmesser von Vorteil sind. Als erste Orientierung dient ein Pilzbestimmungsbuch. Allerdings sollten nur die Pilze gesammelt werden, die man auch wirklich kennt. Und last but not least: kleine und große Pilzsammler brauchen nicht selten eine gehörige Portion Geduld. Manchmal schneidet man einen Pilz nach dem anderen ab - und manchmal dauert es ewig, bis der erste davon seinen Platz im Körbchen findet.

Sicher ist sicher - der Weg zur Pilzberatung

Giftige Pilze im Wald
Lassen Sie Pilze vom Fachmann bestimmen - Foto: © Tkni

Generell sollte man nur die Pilze sammeln, die man auch wirklich kennt. Doch auch bekannte Exemplare können leicht mit giftigen oder ungenießbaren Pilzen verwechselt werden. Je nach Standort und Umweltbedingungen können Farbe und Aussehen einer einzelnen Pilzsorte stark variieren. Als grobe Orientierung kann ein Pilzbuch dienen.

Doch bevor die gesammelten Werke in der Pfanne landen, sollten sie von einem professionellen Pilzberater unter die Lupe genommen werden. Pilzberatungsstellen gibt es in fast jeder Stadt und die Beratung kann hier kostenfrei in Anspruch genommen werden. Doch nicht nur giftige Pilze können Vergiftungserscheinungen hervorrufen - auch der Genuss von alten oder unsachgemäß gelagerten Exemplaren kann Übelkeit und Erbrechen mit sich bringen. Manche Pilze sind roh ungenießbar und müssen unbedingt eine gewisse Zeit gekocht werden, bevor sie auf den Teller gelangen.

An dieser Stelle daher der Hinweis: Pilze niemals im Wald einfach roh kosten! Manche Pilze werden zwar unter anderem anhand ihres Geschmackes bestimmt - jedoch sollte man sie danach direkt wieder ausspucken! Diese Aufgabe obliegt allerdings immer den Eltern - Kinder können an anderen typischen Merkmalen eine bestimmte Pilzsorte sicherer identifizieren.

Neben den gesammelten Pilzen bringt eine Pilzjagd jede Menge weiterer Eindrücke und Erlebnisse mit sich. Die frische Luft und die Bewegung in der freien Natur sind gut für Körper und Seele. Neben Pilzen können auch Beeren gesammelt und Wildkräuter bestimmt werden. Und vielleicht hat man ja sogar das Glück, ein Reh oder ein Kaninchen zu sehen. Nicht selten erklingt ein leises "Schau mal dort!" durch den Wald, wenn sich ein putziges Eichhörnchen den Baum hinauf schlängelt. In die Pilze gehen - ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art! Den Herbst genießen
Text: K. L. / Stand: 21.02.2017