Geocaching als Familiensport

GPS-Gerät weist den richtigen Weg
Mit einem GPS-Gerät auf der Suche nach einem Geocache
Foto: © Markus Bormann

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:

Wer Kinder hat der weiß, dass diese immer etwas erleben möchten. Schnell wird es ihnen langweilig und dann sind Mama und Papa mit neuen Anregungen gefragt. Gemeinsame Unternehmungen in der Natur stehen dabei an erster Stelle und können sehr abwechslungsreich gestaltet werden. Zum Beispiel mit einer spannenden Geocaching-Tour. So wird der Waldspaziergang zum Erlebnis!

Was ist Geocaching?

Kennen Sie noch die gute alte Schnitzeljagd? Mit Hilfe von Kreidepfeilen, kleinen Stoffschnitzeln und einer eigens entworfenen Schatzkarte wurde voller Erwartung der Weg bis zum Ziel verfolgt. Auch heute noch macht es Groß und Klein Spaß, auf die Jagd nach dem Schatz zu gehen. Dafür kommen nun allerdings moderne GPS-Geräte zum Einsatz und mit Hilfe von Koordinaten und manchmal auch mit kleinen Rätseln nähert man sich schließlich dem Cache - also der Stelle, wo sich der Schatz oder das geheime Lager befindet. Allein in Deutschland existieren weit über 340 000 Caches und viele davon sind wirklich für Familien empfehlenswert. Einfache Verstecke, wie etwa zwischen Baumwurzeln, an Laternenpfählen oder hinter Zäunen können auch schon von kleineren Kindern entdeckt werden. Allerdings sind auch Schätze versteckt, deren Suche mit Risiken verbunden ist und somit gefährlich werden kann. Familien ist dringend davon abzuraten, beispielsweise in alten Abbruchhäusern, Steinbrüchen oder in felsigem Gelände das Geocaching zu betreiben. Auch sollte man auf das Wetter achten. Bei strahlendem Sonnenschein gut eincremen, bei Regen nicht unbedingt ins Gebirge gehen und vor allem bei Gewitter so schnell wie möglich aus dem Gelände raus. (Tipps zum Verhalten bei Gewitter)

Am Anfang steht das Versteck

Um einen Schatz zu finden, muss dieser natürlich erst einmal versteckt sein. Dies übernimmt der so genannte Owner, also der Besitzer des Schatzes. Er versteckt in der Regel eine kleine wetterfeste Kunststoffdose und legt dort hinein irgendwelchen Krimskrams (beispielsweise Figuren aus Überraschungseier, kleine Anhänger, "Edelsteine"...) und ein Logbuch. Wichtig: er darf beim Legen des Caches die Natur nicht beschädigen. Spaten, Hacke und Schaufel sind also tabu. Nachdem er die Koordinaten des Versteckes ermittelt hat, stellt er diese zusammen mit einer Anleitung ins Internet. Die Anleitung beinhaltet unter anderem die ungefähre Dauer der Suche, die Struktur des Geländes, den Schwierigkeitsgrad sowie die Familientauglichkeit. Übrigens: Jeder kann einen Schatz verstecken und selbstverständlich kann auch jeder ihn suchen.

Auf geht's zur Suche

Mädchen beim Geocaching
Geocaching macht nicht nur Kindern Spaß
Foto: © Lasse Hendriks

Der Geocaching-Anfänger muss sich um das Verstecken eines Caches keine Gedanken machen. Für ihn zählt einzig und allein die Suche. Nachdem aus dem Internet ein geeigneter Cache ausgewählt wurde, geht es nun mit der Familie ab ins Gelände. Um die im Netz gefundenen Koordinaten einzugeben, wird ein Smartphone mit installierter GPS-Software oder ein eigenes GPS-Gerät benötigt. Des Weiteren ist es ratsam, kleine Tauschobjekte im Gepäck zu haben, denn der Finder kann sich einen Gegenstand aus dem Versteck nehmen und muss dafür einen anderen wieder hineinlegen. Besonders Kinder lieben die Überraschung, wenn sie am Ziel sind und die Dose öffnen. Was wird wohl diesmal drinnen sein? Der Finder trägt sich dann noch ins Logbuch ein und vermerkt, an welchem Tag und zu welcher Zeit er den Cache gehoben hat. Abschließend wird alles wieder gut verstaut und so versteckt, wie man es vorgefunden hat. Wichtig: den Schatz bitte niemals woanders verstecken, da sonst die nachfolgenden Sucher keine Chance mehr haben, ihn anhand der angegebenen Koordinaten zu finden. Abschließend macht man dann im Internet noch einen Logeintrag bei dem man aber drauf achten sollte, nichts oder nicht zu viel zu verraten. Denn sonst haben es die nächsten Cacher wesentlich leichter den Geocache zu finden.

Kosten fürs Geocaching

Geocaching hat sich besonders in den letzten Jahren zu einem beliebten Familienhobby entwickelt. Kein Wunder, denn die Suche in der freien Natur macht Spaß, bringt Bewegung und jede Menge Spannung. Und auch die Kosten für die Ausrüstung halten sich in Grenzen. Das eigene Smartphone eignet sich problemlos für die moderne Schatzsuche, wenn darauf eine entsprechende GPS-Software für Geocaches installiert wurde. Diese kann kostenlos oder für wenig Geld heruntergeladen werden. Wer möchte, der legt sich eigens für das Geocaching ein spezielles GPS-Gerät zu. Bereits ab 80 Euro sind gute Exemplare erhältlich, welche genau arbeiten und mit denen man viele Jahre lang Freude haben wird. Wer sich erst einmal an das Thema Geocaching herantasten möchte, dem bietet sich die Möglichkeit, über örtliche Outdoorausstatter ein entsprechendes GPS-Gerät für eine geringe Gebühr zu leihen. Die Anmeldung in einem der Geocaching-Portale im Internet (z.B. www.geocaching.com) ist kostenfrei.

Ausrüstung fürs Geocaching

Wie oben erwähnt benötigt man ein Smartphine mit GPS-Software oder ein GPS-Gerät, um das Versteck zu finden. Um das Logbuch zu signieren sollte man einen Kugelschreiber und auch einen wasserfesten Faserschreiber dabei haben. Und da man sich beim Geocaching oft in der Natur aufhält ist natürlich entsprechende Kleidung notwendig. Heißt, man sollte nicht die allerbeste Jeans, das Lieblings T-Shirt oder die High Heels anziehen. Alte Klamotten oder auch Outdoorkleidung sowie festes Schuhwerk ist hier von Vorteil.

Arten von Geocaches

Schon Vorschulkinder können sich zusammen mit ihren Eltern auf die Suche nach dem Schatz begeben. Ab dem Grundschulalter haben sie in der Regel die Fähigkeit, das GPS-Gerät allein zu bedienen. Eltern sollten sich dann immer mehr im Hintergrund halten und die Suche mit etwas Abstand überwachen. Das gibt den Kids ein Gefühl von Selbstständigkeit und die Freude ist am Ende riesig, wenn sie den Cache ganz allein gehoben haben. Phantasievolle Namen der Caches, wie beispielsweise "Bei den sieben Zwergen" oder "Im Märchenwald" sowie die Verwendung eines "Kinder-Piktogramms" bei der Cachebeschreibung weisen darauf hin, dass die jeweilige Suche auch für Kinder geeignet ist. Ebenso finden Eltern in den Bewertungen unter den beschriebenen Caches wichtige Hinweise zur Kinderfreundlichkeit. Übrigens: Die sonst meist in ihrem Zimmer eingeigelten Teenager lassen sich immer wieder gern aus dem Haus locken, wenn eine Geocaching-Tour mit der Familie ansteht. Sie können aber auch schon allein mit ihren Freunden auf die Suche gehen.

Multicaches

Knifflige und spannende Aufgaben gilt es beim Multicache zu lösen. Hier erfährt man zunächst nur die Koordinaten der ersten Zwischenetappe. Dort angelangt, müssen weitere Hinweise gefunden und oftmals auch so manches Rätsel gelöst werden. So kann der Cache durchaus in mehrere Etappen aufgeteilt sein und besonders die Kids erleben so das Suchen des Schatzes mindestens als genauso aufregend wie das eigentliche Finden. Hinweis: Multicaches erfordern in der Regel deutlich mehr Zeit als normale (traditionelle) Caches. Sehr kleine Kinder können da schnell die Geduld verlieren. Ist der Nachwuchs älter, so wünscht er sich höherer Anforderungen und dann sind Multicaches genau das richtige.

Weitere Geocache-Arten

  • Mystery-Cache (Rätsel-Caches)
  • Earthcache (Spezieller, geologisch interessanter Ort)
  • Letterbox-Hybrid-Geocache (Hier wird nur mit Hinweisen und nicht mit Koordinaten der Cache gesucht)
  • Event-Geocache (Treffen für Geocacher)
  • Virtuelle Geocaches (Hier geht es mehr um das entdecken eines Ortes als um das Finden eines Caches)
  • Webcam-Geocache (Mithilfe bestehender Webcams z.B. in Parks den Fund des Caches dokumentieren)

Geocaching ist ein ideales Hobby für Familien. Die Kosten halten sich in Grenzen und dank schier unzähliger versteckter Schätze wird es Groß und Klein bei der Suche auch garantiert nicht langweilig. Es macht auch immer wieder Spaß neue Orte zu entdecken!
Text: K. L. / Stand: 21.02.2017

Wo bekommt man GPS-Geräte?
Wo bekommt man GPS-Software fürs Handy?
  • Play Google für Android Systeme
  • iTunes für Apple Systeme
  • Blackberry World für Blackberrys
  • Nokia Store für Nokia Systeme
  • Windows Phone Store für Windows Systeme

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