Was kostet ein Baby? Die Vorfreude auf ein Baby ist oft groß. Paare, die sich geplant ein Baby wünschen, haben außer
Kosten für ein Baby
Zu den Kosten für ein Baby zählt mehr als nur Windeln
und Milch - Foto: © Daniel Fuhr
Bildern von kleinen Babys und glücklichen Eltern noch eines im Kopf: das Budget. Ohne Frage, Kinder kosten Geld. Und je älter die Kinder werden, desto höher steigen die Ausgaben, die mit einem Kind verbunden sind. Das bedeutet für die Eltern meist, selbst Kompromisse einzugehen oder gar auf manchen Komfort zu verzichten, den sie bisher genossen haben. Diese Überlegungen beziehen viele Paare in ihre Familienplanung mit ein. Bei allen finanziellen Überlegungen steht dem wirtschaftlichen Aspekt immer die emotionalen und sozialen Komponenten gegenüber: Nicht ausschließlich "wie viel bringe ich für mein Kind auf", sondern "was gibt es mir wieder, das nicht in Geld gewertet werden kann" gehören ebenso zu dieser Diskussion.

Allein das erste Lebensjahr und bereits die Schwangerschaft zeigen schnell, dass neben allem Babyglück auch finanzielle Aspekte auf die werdenden Eltern zukommen. Und häufig vergessen Paare die Kosten zu berücksichtigen, die nicht offensichtlich zu einem Baby dazugehören, wie zum Beispiel höhere Heizkosten oder eine eventuelle Kinderbetreuung. Das Statistische Bundesamt hat 2003 veröffentlicht, dass ein Kind in Deutschland durchschnittlich 550,- € pro Monat kostet, wobei das Einkommen der Eltern sich relevant auf die Ausgaben für das Kind auswirken. Paare oder Alleinerziehende mit niedrigeren Einkommen bis 1717 € netto geben so durchschnittlich 325,- € pro Monat aus, bei Einkommen über 5427,- € waren es bereits 862,- €.

Überblick über die Kosten für ein Baby:

Einige Beispiele für Kosten in der Schwangerschaft:
  • Umstandsmode: Jacken ab ca. 50,- €, Shirts und Hosen ab ca. 20,- €,
    Still-BHs ab ca. 20,- €
  • Kosten für zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, die nicht von der Kasse getragen werden. Zum Beispiel: Wurde bei keinem der drei Ultraschalluntersuchungen, die die gesetzliche Krankenkasse bezahlt, das Geschlecht des Kindes festgestellt, müssen Sie die Kosten für ein Extra-Ultraschall selbst übernehmen, wenn Sie das Geschlecht gern im Voraus wissen möchten.
  • IGEL: Die Individuellen Gesundheitsleistungen, die nicht von der Kasse getragen werden, aber von Schwangeren gern genutzt werden: zum Beispiel geburtsvorbereitende Akupunktur oder Schwangerenschwimmen gegen Rückenbeschwerden
  • Kosten für eventuelle Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel: Beispielsweise Folsäure in den ersten Monaten oder Magnesium-Präparate bei Krämpfen in den Beinen müssen selbst bezahlt werden

  • Einige Beispiele für Kosten der Erstausstattung:
  • Babyschale für das Auto: ab ca. 80,- €
  • Wickelkommode: ab ca. 50,- €, hinzu kommt eine Wickeltasche ab ca. 30,- €
  • Babybett: ungefähr 100,- €, hinzu kommen Matratze und Bettdecke, Schlafsack
  • Kinderwagen: Modelle ab 180,- € sind im Handel erhältlich, auch günstigere Modelle gibt es im Second-Hand-Shop
  • Stillkissen: ab 30,- €
  • Babybadewanne: ca. 10,- €
  • Lammfell und Kissen für den Kinderwagen: zusammen ca. 70,- €, Winterfußsack für den Kinderwagen ca. 40,- €
  • Erstausstattung Kleidung, Mullwindeln und Babydecken: Gesamt ab ca.200,- €

  • Kosten wenn das Baby da ist:
  • Windeln: zwischen 35,- € und 50,- € monatlich
  • Falls nötig Säuglingsmilch zwischen 35,- € und 50,- € monatlich
  • Babybrei pro Gläschen: 0,80 € bis 1,25 € (davon täglich 1-2 Stück)
  • Kleinbedarf: Steckdosensicherungen, Fieberthermometer, Kirschkernkissen, Schnuller usw. 70,- €
  • Spielzeug: 100,- €
  • Wenn Sie nicht stillen, dann: Flaschen, Sauger, Bürsten, Sterilisiergerät, Flaschenwärmer gesamt ab ca. 50,- €
  • Pflegeprodukte: ca. 10,- € pro Monat

  • Versteckte Kosten für ein Baby:
  • Erhöhte Kosten für Wasser, Strom und Heizung
  • Eventuell ein neues Familienauto statt einem Kleinwagen
  • Ein eventueller Umzug in eine Wohnung mit höherer Miete
  • Gegebenenfalls Kinderbetreuungskosten in der Kinderkrippe, bei Babysittern oder einer
    Tagesmutter
  • Mehrkosten für längere Wege zur Kita oder dem Kinderarzt mit PKW oder öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Verdiensteinschränkungen aufgrund der Kinderbetreuung, zum Beispiel wenn die Mutter nach der Elternzeit nur noch halbtags beschäftigt ist

  • Die ersten Kosten für ein Baby erscheinen hoch, doch wer auf Markenware verzichten kann und in Second-Hand-Shops einkauft bzw. viele Stücke von befreundeten Familien "erben" kann, spart allein bei der Erstausstattung mehrere hundert Euro. Nicht aus den Augen verlieren sollte man, dass ein Baby zwar überschaubare Kosten verursacht, dass die kleinen Süßen aber sehr schnell aus der Erstausstattung entwachsen. Nicht lange dauert es, bis aus dem niedlichen Kindergartenrucksack für 10,- € ein Schulranzen-Set für 150,- € wird und eine Jeans nicht mehr 7 - 8 € kostet, sondern das Drei- bis Vierfache. Bei all den Kosten im Überblick darf man jedoch nicht die zusätzlichen Einnahmen vergessen. Monatlich steht jedem Kind Kindergeld zu. Der Staat greift auch anderweitig Familien unter die Arme, in dem er Kinderfreibeträge gewährt, das Elterngeld und Mutterschaftsgeld eingeführt hat, eventuell Wohngeld für Familien bereit hält.
    Text: C. D. / 29.02.2012

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