Wuppertal (15.09.2011) Die tief stehende Sonne, der späte Sonnenauf- und der frühe Sonnenuntergang – die veränderten Lichtverhältnisse des Herbstes sind für unsere Augen eine besondere Herausforderung. Dr. Utta Petzold, Medizinerin bei der Barmer GEK, erklärt die Hintergründe:
Nicht nur beim Autofahren, auch beim Lesen bemerken es in diesen Tage viele: Sie werden schneller müde, das “Scharf-Sehen” ist anstrengend. Denn unsere Augen funktionieren nach einem einfachen Prinzip: Je heller es ist, desto besser können sie Dinge erkennen. “Die Stelle des schärfsten Sehens der Netzhaut, die Macula, ist umgeben von speziellen Sinneszellen, den Zapfen, die für das Farbsehen zuständig sind. Diese brauchen viel Licht, um ein scharfes Bild zu erzeugen”, erklärt Dr. Petzold.
Gegenlicht ermüdet
Doch Helligkeit ist nicht gleich Helligkeit: Bei Gegenlicht etwa schützt sich das Auge selbst, indem es reflexartig die Pupille stark verengt oder die Lidkanten zusammenkneift. Anders ausgedrückt: Wir blinzeln und das ist auf Dauer sehr ermüdend. Doch genau in diese Situation kommen wir im Herbst recht häufig. Grund ist der niedrige Stand der Sonne, sodass wir öfter Dinge oder Situationen im Gegenlicht sehen und unsere Augen entsprechend anstrengen müssen.
Rechtzeitig Licht anschalten
Genauso anstrengend ist Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit. Die Netzhaut kann die Umwelt aufgrund des Lichtmangels nicht mehr scharf abbilden, die Augen versuchen durch Blinzeln gegenzusteuern. Das kostet Kraft und macht müde. Wer also lange konzentriert scharf sehen möchte – etwa beim Arbeiten im Büro oder beim Lesen auf dem heimischen Sofa – sollte für eine ausreichende Beleuchtung sorgen. Besonders geeignet sind blendfreie Lampen, die keine Schatten werfen.
Sehtest bringt Klarheit
“Eine geringe Fehlsichtigkeit, die während der hellen Jahreszeit kaum auffällt, kann im Herbst zu einer andauernden Anstrengung der Augen führen, was in einer abendlichen Ermüdung oder sogar Kopfschmerzen endet. Was tagsüber noch lange Zeit vom Auge korrigiert werden kann, gelingt abends nicht mehr”, verrät Dr. Petzold. Wer also trotz guter Beleuchtung abends nicht mehr gut sehen kann, sollte seine Augen überprüfen lassen, so der Rat der Medizinerin. Entsprechende Sehtests können entweder bei einem Optiker oder bei einem Augenarzt durchgeführt werden.
Eine Pressemitteilung der Barmer GEK vom 15.09.2011
Mehr zum Thema Augen und Sehen bei Familie-und-Tipps.de:
- Kinderbrillen
- Glaukom vorbeugen