Familien Blog

Ein Blog für Eltern, Großeltern und die ganze Familie.

Kinderbuch: Die besten Beerdigungen der Welt

Die drei Freunde Ester, ihr kleiner Bruder Putte und der Ich-Erzähler machen aus dem traurigen Umstand einer toten Hummel ein beherztes Spiel. Jedes Tier soll eine würdige und schöne Beerdigung bekommen. Also suchen sie überall nach toten Tieren, die begraben werden müssen. Mit allem, was dazu gehört – Sarg, Kreuz und Blumen. Und natürlich braucht jedes Tier auch einen Namen und eine Taufe. Die einfallsreiche Ester macht daraus ein florierendes Geschäft und bietet, zusammen mit ihren Freunden, die besten Beerdigungen der Welt an. Ernsthaft und voller Ideenreichtum widmen sich die Drei ihrer neuen Aufgabe. Ester beantwortet die darauf entstehenden Fragen wie “Wie wird eigentlich ein Mensch begraben?” und “Darf er seine Schmusedecke und ein paar Kekse mitnehmen?”, nicht nur ihrem Bruder und dem Erzähler, sondern auch ein bisschen sich selbst. Bis sie eines Tages sehen, wie eine Amsel gegen eine Scheibe fliegt und daraufhin stirbt. Sie erleben zum ersten Mal die Grenze zwischen Tod und Leben – und verarbeiten dies auf ihre ganz eigene kindliche Art und Weise.

Ulf Nilsson ist mit “Die besten Beerdigungen der Welt” ein wunderbares Buch gelungen, das sich an das Thema Tod und Sterben heranwagt. Während Erwachsene oft lieber schweigen, drängen sich bei Kindern schnell Fragen bezüglich dieses Themas auf. Für sie ist es kein Tabuthema. Sei es eine überfahrende Katze oder das eigene Haustier – Kinder werden schon früh mit dem Thema Tod konfrontiert. Und spätestens, wenn ein lieber Mensch stirbt, drängen sich viele Fragen auf. Das Buch nähert sich den typischen Themen auf unsentimentale Art und Weise und schafft so Raum für Worte. Ulf Nilsson schafft es, die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit zu halten und Gefühlen wie Traurigkeit, aber auch Heiterkeit gleichermaßen Raum zu geben.

Das Buch ist im Verlag Moritz erschienen und ab vier Jahren geeignet.

Kinderbuch Schnüpperle 24 Ostergeschichten

Das Buch Schnüpperle – 24 Ostergeschichten erzählt von Schnüpperle, der die Zeit bis Ostern fast nicht abwarten kann. Die Autorin Barbara Bartos-Höppner erzählt liebevoll, wie Schnüpperle die lange Wartezeit erlebt. Er trifft den Osterhasen, holt Hilfe, als sein Nachbar das Bein bricht und lernt den 1. April kennen. Er darf beim Ostereier auspusten und anmalen helfen und schaut der Mutter beim Osterzopf backen zu. Nach vielen Abenteuern sind der Ostersonntag und der Osterhase endlich da.

Der fünfjährige Schnüpperle wächst mit seiner Schwester in einem sehr liebevollen Umfeld auf. Er besticht immer wieder mit seiner liebenswerten Art und Weise wie er sein Umfeld begreift und erlebt.

Das Buch kann gut schon kleineren Kindern vorgelesen werden. Es ist in 24 übersichtlichen Kapiteln aufgeteilt. So kann jeden Tag ein Kapitel vorgelesen werden, und verkürzt damit den Kindern die Wartezeit bis Ostern. Die Kinder lernen hierbei verschiedene Osterbräuche kennen und verstehen, die in den meisten Familien ganz selbstverständlich sind. Mit dem Buch vermittelt die Autorin, dass auch kleine Kinder schon viel helfen können. Sie zeigt einfühlsam auf, wie Kinder die Welt verstehen, so dass auch für die Erwachsenen, die vorlesen, keine Langeweile aufkommt, sondern immer wieder ein Schmunzeln im Gesicht aufblitzt.

Barbara Bartos-Höppner (November 1923 – Juli 2006) ist Autorin vieler Kinder- und Jugendbücher, die in 20 Fremdsprachen übersetzt wurden. Außer den Buchveröffentlichungen kamen auch LPs, Kassetten und CDs, sowie einige Bühnenstücke auf den Markt. Barbara Bartos-Höppner erhielt im In- und Ausland zahlreiche Auszeichnungen. Bei der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach war sie Gründungsmitglied. Sie war Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande und des Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Sie wurde als erste deutsche Schriftstellerin für Jugendbücher in den Internationalen PEN-Club in London bestellt.

Aufgelegt ist das Buch im Omnibus Verlag, München. Dort sind auch weitere Schnüpperle-Geschichten verlegt.

Einschlafgeschichten von Ursula Keicher und Sven Leberer

Ein Kinderbuch mit schönen Einschlafgeschichten zu finden ist nicht einfach. Viele Geschichten sind entweder zu lang oder für die Kinder noch unverständlich. Für Kinder ab zwei Jahren ist das Buch “Einschlafgeschichten” von Ursula Keicher und Sven Leberer aber sehr zu empfehlen. In diesem Buch sind elf wunderschöne kurze Tiergeschichten zu finden, mit denen der Nachwuchs sicherlich schöne und angenehme Träume haben wird.

Tiergeschichten sind für die Kleinen besonders interessant
Da Tiere Kleinkinder immer wieder begeistern, hat die Autorin Ursula Keicher bei ihren Geschichten einen besonderen Fokus auf die Tierbabys gelegt. Unterschiedliche Tiere erzählen hier von ihren Erlebnissen des Tages, von ihren Träumen oder von ihren Ängsten in der Nacht. Die Mütter der Tierbabys geben hierzu liebevolle Tipps, um besser einschlafen zu können. Die Geschichten erstrecken sich lediglich über eine DIN A4 Seite, sodass die Geschichte schnell vorgelesen ist. Die Bilder, gemalt von Sven Leberer, lassen die Tiergeschichten noch lebendiger wirken, da die Kinder eine Vorstellung der Tierfamilie hat. Herausgeber des Buches ist der Esslinger Verlag J.F. Schreiber.

Besonders schön gestaltet ist die Wünsch-dir-was-Seite
Für viele Kinder ist das zu Bett gehen nicht einfach. Sie müssen den Tag noch verarbeiten oder schaffen es einfach nicht, sich von ihren Spielsachen loszureißen. Da dies jedoch wichtig ist, um einschlafen zu können, gibt es bei dem Buch “Einschlafgeschichten” eine Wünsch-dir-was-Seite. Hier sind alle elf Tiergeschichten auf kleinen Bildern dargestellt und das Kind selbst kann sich eine Geschichte aussuchen. Somit hat das Kind noch immer das Gefühl, dass mit ihm gespielt wird und mit den wunderschönen Geschichten kann es schnell abschalten. Dabei sollten die Eltern natürlich entscheiden, wie viele Geschichten vorgelesen werden. Da es sich um kurze Geschichten handelt, sind zwei bis drei am Abend sinnvoll. Da die Gutenacht-Geschichten alle vom Abend der Tierbabys erzählen, sollte auch im Kinderzimmer beim Vorlesen eine abendliche Stimmung gemacht werden. Hierfür ist es ratsam, die Rollläden zu schließen und mit einer kleinen Nachtisch- oder Salzkristalllampe eine Stimmung wie unter dem Mond herzuzaubern. Die Kinder werden diese Minuten vor dem zu Bett gehen in den Armen der Eltern genießen und das Einschlafen wird mit Sicherheit von nun an zu einem festen und geliebten Bestandteil des Tages.

Das Kinderbuch Die kleine Raupe Nimmersatt

 Die kleine Raupe Nimmersatt

Im Buch, das jedes Kind kennen sollte, geht es um die Geschichte einer kleinen Raupe, die nachts als Ei auf einem Blatt abgelegt wird. An einem Sonntag schlüpft sie aus dem Ei, beginnt zu essen und entwickelt sich im Laufe einer Woche zum Schmetterling.

Eric Carle schrieb im Jahr 1969 das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Das Buch hatte einen bis dahin nie da gewesenen Aufbau. Die bunten Bilder scheinen eine Mischung aus Malerei und Bastelei zu sein. Tapfer frisst die Raupe sich durch das Buch und hinterlässt dabei für ihre kleinen Buchbetrachter sichtbare Spuren. In jeder Frucht, durch die Raupe sich gefressen hat, befindet sich ein Loch. Auf der Rückseite der Früchte kann man sehen, wie die Raupe aus den angefressenen Früchten herauskriecht und sich auf den Weg zum nächsten Mahl macht. Am ersten Tag frisst sie nur eine Frucht, was dazu geführt hat, dass die entsprechende Seite nur so breit ist, wie die erste Frucht. So wird mit jedem Tag die Seite etwas breiter, denn die Raupe frisst jeden Tag etwas mehr. Ein Buch in dieser Form, mit gestanzten, gefächerten Seiten gab es bis dahin noch nicht.

Besonders für kleine Kinder im Kindergartenalter ist dieses Buch eine große Hilfe. Es zeigt den Kindern den Ablauf einer Woche anhand der Tagesfolge auf. Außerdem werden die kleinen Leser ganz selbstverständlich mit den Zahlen von 1 bis 7 vertraut gemacht. Nebenbei lernen Kinder im Buch, aus was ein Schmetterling entsteht und wie er von einer eigentlich unschönen Raupe zu etwas Wunderschönem werden kann. Trotz weniger Worte versteht der Autor, den Kindern auf spannende Weise zu vermitteln, wie ein Leben entstehen und sich wandeln kann.