Kann man der Statistik glauben schenken, geht jeder Zweite von uns mindestens einmal in seinem Leben fremd und amüsiert sich in auswärtigen Betten. Doch was veranlasst Weiblein oder Männlein dazu, sich die sexuelle Erfüllung auswärts zu holen? Ist es der Reiz des Neuen oder holt man sich damit nur die Bestätigung, die man zuhause nicht (mehr) erhält?
Die Gründe
Neugierde und Erkundung der Sexualität betreffen vor allem junge unerfahrene Pärchen. Doch viele Paare leben bereits in langjährigen Beziehungen und auch wenn es kaum einer zugeben will: Irgendwann ist die große Verliebtheit abgeflaut, man ist oft nur mehr aus Gewohnheit mit dem Partner zusammen. Und Sex? Sex ist ein Mittel zum Zweck und wird mit fortschreitender Dauer der Beziehung immer seltener. Wünsche werden nicht mehr ausgesprochen und schon gar nicht erfüllt, man wird vernachlässigt. Frau oder Mann fühlt sich nicht mehr begehrt und attraktiv, verfällt in Selbstzweifel. Manche Frauen versuchen oft mit hübscher Frisur oder neuer sexy Wäsche das Liebesleben zuhause wieder in Gang zu bringen. Aber wie so oft im Leben verliert der Partner von Zeit zu Zeit den Blick dafür - und Gewohnheit sowie der Alltagsstress lassen ihn blind für solche Reize werden. Wenn in just solch einem Moment jemand anderer sagt, wie toll man aussieht oder vielleicht wie gut man riecht, dann kann es schon mal passieren: Man macht etwas, das man bereits Stunden, oft aber auch schon wenige Minuten später bereut - man wird untreu.
Das Gewissen
Der Großteil der Fremdgeher beteuert, den Partner trotz Ausrutschers zu lieben. Viele
verheimlichen das kurze Techtelmechtel und bürden sich die Last des schlechten Gewissens für die nächsten Jahrzehnte auf. Viele aber haben auch keinerlei Schuldgefühle, weil Sie sich ihrer Meinung nach das geholt haben, was ihnen in heimischen Betten oft verwehrt wurde: Anerkennung, Selbstwertgefühl oder aber auch den Reiz des Neuen. Andere wiederum werden geplagt und beichten zuhause ängstlich die nächtliche Bettgeschichte.
Fremdgehen - Überlebenschance für die Beziehung
Das auswärtige Spiel mit dem Feuer kann für manche Beziehung belebend sein, aber auch den Anfang vom Ende bedeuten. Einen Seitensprung des Partners zu verzeihen ist keine einfache Sache. Meist ist man als Betrogener verunsichert und gekränkt, das Vertrauen ist gebrochen und muss langsam wieder aufgebaut werden. Jedoch haben viele Betrogene einen Fehltritt des Partners als Anlass genommen, ihre Beziehung neu zu überdenken und vor allem neu aufleben zu lassen.
Liegt Ihnen tatsächlich etwas an der Beziehung, dann versuchen Sie, dieses meist einmalige Geschehen gemeinsam aufzuarbeiten und zu verzeihen. Gelingt Ihnen das nicht, wird es auch Jahre später noch ein großer Streitpunkt in der Beziehung sein. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die nicht ausgesprochen wurden, weil jeder in seiner eigenen Welt lebt und mit sich selbst so beschäftigt ist, dass er komplett auf den anderen vergisst und ihn als selbstverständlich ansieht. Miteinander reden, das Aussprechen von Wünschen und Erwartungen und vor allem "talk about sex and do it" hätte wahrscheinlich schon so manchen Seitensprung verhindern können. Lernt man trotz Fehltritt des Partners nichts daraus, ist es besser, in Zukunft seinen Weg alleine zu gehen. Die meisten haben einen Grund, warum Sie fremdgehen, kaum jemand tut es nur aus purer Lust - und oft ist es ein letzter Weckruf für die langsam einschlafende Beziehung.
Schweigen in der Beziehung
"Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Dieser alte weise Spruch, dessen Ursprung bis dato nicht wirklich geklärt werden konnte, mag sehr oft zutreffen. Doch gilt diese Aussage auch für Beziehungen - oder löst das große Schweigen irgendwann jede zwischenmenschliche Bindung?
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