Wenn alleinerziehende Mütter und Väter eine neue Partnerschaft eingehen wollen, stehen sie vor einem Problem, das sie alle gemeinsam haben: Wie und wann stelle ich meinen neuen Partner den Kindern vor?
Die Kinder haben ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, wenn sich Papa oder Mama wieder bindet. Sie tun es ohne Strategie, ohne Kalkül und ohne Rücksicht. Ehrlicher geht es nicht. Sie äußern ihre Meinung durch ihr Verhalten oder ihr Handeln, unbewusst und vor allem ohne böse Absicht. Auch wenn es vielleicht danach aussehen könnte, wenn sich Kinder dem neuen Partner gegenüber unhöflich oder sogar aggressiv verhalten. Es kommt aus dem Bauch und das sind bekanntlich die ehrlichsten Gefühlsäußerungen.
Man steht nun vor der Frage, ob man einen neuen Freund oder Freundin möglichst frühzeitig den Kindern vorstellen sollte, oder ob man solange damit warten sollte, bis man selbst sicher ist, wohin der Weg mit dem oder der Neuen führen soll. Wartet man zu lange, werden die Komplikationen immer heftiger, wenn die Kids nicht einverstanden sind. Dann müsste sich Papa oder Mama tatsächlich entscheiden zwischen der neuen Liebe oder den Kindern. Denn eine Liebe ohne ständigen Zoff mit dem Nachwuchs wird es dann nicht geben. Das würde eindeutig dafür sprechen, eine neue Liebe sofort zu Hause einzuführen, bevor sich etwas Verbindliches ergibt. Wohin das führt, ist klar. Kontaktfreudige Singles bringen dann jede Woche jemand anderen mit nach Hause und verwirren damit die Kids.
Wenn sich die Eltern trennen, haben Kinder ohnehin mehr Sorgen, als die Erwachsenen ahnen können. Die meisten Kinder sehen in einem neuen Partner das endgültige Ende der Ehe der Eltern und lehnen ihn schon alleine deshalb ab. Aber auch, wenn Mama oder Papa Singles sind und die Kinder noch nie die typische Vater-Mutter-Kind Konstellation kennen gelernt haben, reagieren sie oft extrem eifersüchtig auf einen Partner der Mutter oder des Vaters.
Um trotzdem erreichen zu können, dass die Kinder mit dem oder der Neuen einverstanden sind, braucht man viel Fingerspitzengefühl. Je älter die Kinder sind, desto einfacher wird das Unterfangen, denn die Chancen auf ein vernünftiges Gespräch stehen gut. Bei kleineren Kindern muss man sich ganz auf das Gefühl für den richtigen Moment verlassen und darauf, dass zwischen den Kindern und dem neuen Partner der Funke überspringt. Wenn man schon relativ frühzeitig den Bewerber für den ersten Platz im Herzen mit nach Hause bringt, sollte man darauf achten, die Beziehung als rein freundschaftlich aussehen zu lassen. So ist ein gegenseitiges Kennenlernen auf einer möglichst unkomplizierten und unverbindlichen Ebene möglich. Wird´s dann doch nichts mit der neuen Liebe, muss man den Kindern nichts erklären. Wenn sich doch etwas entwickelt, bekommen es die Kids ja ohnehin mit. Überhaupt sind offene Karten von Beginn an nicht nur zwischen den neuen Partnern notwendig, sondern auch für die Beziehung zu den Kindern. Spielt man nämlich eine platonische Freundschaft zu lange vor, fühlen sich die Kinder nicht ernst genug genommen, wenn aus dem Freund der Familie plötzlich der neue Papa werden soll.
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