Angst vor der Trennung

Mann und Frau liegen im Bett und haben Angst vor der Trennung
So kann man die Angst vor der Trennung erkennen und überwinden - Foto: © vgstudio

Angst haben sich zu trennen

Erfahren Sie in diesem Artikel wie man die Angst vor der Trennung erkennen kann, welche Ursachen sie hat und wie man die Anst sich zu trennen überwinden kann.

Die Angst vor der Trennung: Erkennen, ergründen und überwinden

Gerät die eigene Beziehung in Schieflage, kommt sie auch nach Monaten nicht mehr aus der Krise und haben sich beide Partner kaum mehr etwas zu sagen, führt dies meist zur Trennung. Auch in Beziehungen, in denen einer der Partner unter dem Verhalten des anderen leidet und sich zunehmend schlecht fühlt, werden Gedanken an einen Neubeginn laut. Diese sind jedoch nicht selten mit Ängsten verbunden. Nach langen Jahren der Gemeinsamkeit an ein Leben ohne den Partner zu denken und den Schritt schließlich sogar zu wagen, wird dann zu einer Herausforderung, die zunächst kaum zu bewältigen scheint.
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Die Ursachen der Angst identifizieren

Sorgen Gedanken an eine Trennung vom Partner für Angstgefühle, so entstehen diese oft aus verschiedenen Gründen. Gerade bei Frauen in Beziehungen, bei denen der Mann Alleinverdiener ist, bezieht sich die Angst nicht selten auf finanzielle Lebensbereiche. Es ohne den Partner nicht schaffen zu können und möglicherweise sogar in die Armut abzurutschen, ist eine berechtige Befürchtung.

Andere Ängste wiederum haben keinerlei wirtschaftliche Ursache. Auch emotionale Abhängigkeit kann Angst vor einer Trennung hervorrufen. Wer sich innerhalb der Beziehung über lange Zeit sehr zurücknehmen musste, kann sich ein Leben im Alleingang kaum mehr vorstellen. Die Bedürfnisse des Partners sind dann so sehr in den Mittelpunkt des eigenen Denkens gerückt, dass eigene Gefühle und Wünsche kaum mehr wahrgenommen werden. Entsprechend groß ist die Furcht davor, ohne den Partner die Orientierung zu verlieren.
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Auch Gewalt in Beziehungen, sowohl körperlich als auch emotional, ist ein Grund für Angst vor der Trennung. Schließlich kann es möglich sein, dass das Aussprechen der Trennung zu gefährlichen Situationen, Gefühlsausbrüchen und Affekthandlungen führt. Sind zudem Kinder in der Beziehung vorhanden, steigt die Angst um ein Vielfaches an. Sie sollen schließlich weder unter der Trennung der Eltern leiden, noch in eine eskalierende Situation hineingezogen werden.

Die Angst überwinden - Eigene Stärke finden

Die richtige Strategie zum Überwinden der eigenen Ängste ist abhängig von den individuellen Ursachen. Grundsätzlich jedoch gilt es, an den Punkten anzusetzen, die die Bewältigung der Trennung oder die Entscheidung dazu behindern.

Sind finanzielle Aspekte der Grund für Angst vor der Trennung, so sollte die betroffene Person ihren Weg zurück in ein Arbeitsverhältnis suchen und nach finanzieller Unabhängigkeit streben. Dies mag schwer wirken und kann in manchen Fällen etwas dauern, hat jedoch die Lösung der Angst zum Ziel. Frauen, die schnell aus der Beziehung ausbrechen möchten, sollten sich zudem über staatliche Hilfen informieren, die ihnen in der ersten Zeit finanziell unter die Arme greifen.

Bei emotionaler Abhängigkeit ist es wichtig, die eigene Person neu zu entdecken, eigene Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen und ein eigenständiges, soziales Leben aufzubauen. Die Wiederaufnahme von Hobbies, regelmäßige Treffen mit Freunden und Aktivitäten, die nicht der Befriedigung der Bedürfnisse des Partners dienen, lenken den Fokus auf die eigene Person. Dann irgendwann kommt es zur Erkenntnis, dass es für das Gefühl der Vollkommenheit keine zweite Person braucht und die Angst verschwindet.

Ist Gewalt Ursache der Angst, so ist das nur verständlich. In diesem Fall braucht die betroffene Person Hilfe von außen. Dies können gemeinnützige Beratungsstellen oder auch enge Freunde und Verwandte sein. Hier über die Probleme zu sprechen und gemeinsam mit anderen Menschen nach einem Ausweg zu suchen, kann die Angst mildern und das eventuelle Risiko einer Eskalation verringern. Denkbar wäre dann beispielsweise das Aussprechen der Trennung im Beisein eines Mediators oder einer guten Freundin. Die dritte Person ist dann dazu in der Lage, beschützend und stärkend zu wirken.
Text: A. W. / Stand: 21.02.2017

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